Blaslahof - Hotelanlage im Winter im Schnee.
Foto: Michele Catta

„Es braucht nicht viel“ - Der Blaslahof in Gsies

„Hoi, griaßt enk“. Statt einer Rezeption erwartet uns im Blaslahof im Südtiroler Gsiesertal eine Bauernstube mit einem massiven Stubentisch. Wir setzen uns dazu, wir sind angekommen, wir sind daheim.

Iris und Martin Steger haben den kleinen Bauernhof mit einigen Gästezimmern von Martins Eltern übernommen. Die Familie und die Zeit mit ihren beiden Buben Jonas und Paul ist ihnen sehr wichtig. Auch wenn es noch so stressig zugeht, sie nehmen sich bewusst Zeit, in der die ganze Aufmerksamkeit den Kindern gehört.

Als der Ausbau des Hotels anstand, sollte es ein Kinderhotel werden, mit Kinderpool, Kinderbetreuung und allem, was dazugehört. Die Pläne für den Umbau waren schon gezeichnet und auch schon genehmigt, doch Iris hatte kein gutes Gefühl. „Alles war so voluminös, wie ein riesiges, anonymes Hotel. Aber ich wollte ein geborgenes Zuhause anbieten, in einer bäuerlich-traditionellen Umgebung. Es braucht nicht viel auf der Welt.“

Iris und Martin Steger mit ihren beiden Buben Jonas und Paul. Alle vier sitzen auf einem riesigen Stoß Holzstämme.
Iris und Martin Steger mit ihren beiden Buben Jonas und Paul. Foto: Michele Catta

So haben die Stegers selbst immer wieder kurze Urlaube in Kinderhotels gemacht, und erkannt, dass die Idee so gar nicht zu ihnen passt. „Da werden die Kinder abgegeben und die Eltern können ihren Interessen nachgehen. Das ist doch nicht anderes als im Alltag. Bei der Arbeit gibt man die Kinder auch ständig ab, in den Kindergarten, zur Tagesmutter. Der Urlaub sollte aus unserer Sicht auch dazu da sein, Zeit mit den Kindern und als Familie zu verbringen.“

Dann haben die beiden all ihre fertigen Pläne über den Haufen geworfen und ganz von vorne begonnen. „Zuerst haben wir uns überlegt wofür wir stehen und dann, wie sich das Ganze auf unser Angebot und die Ferienwohnungen übertragen lässt.“ Das Ergebnis: viel handwerkliche Tradition, Ursprünglichkeit, Natürlichkeit und Einfachheit sind in den Neubau eingeflossen. Holz dominiert sowohl beim Bau als auch in den gemütlich gestalteten Ferienwohnungen. „Das Baumaterial wächst hier in der Gegend, viel davon sogar in unserem eigenen Wald. Anfangs war es nicht leicht, die Holzarbeiter vom mondgeschlagenen Holz zu überzeugen, dass sie genau an diesem und jenem Tag in den Wald gehen und Bäume schneiden sollen. Zum Schluss haben sie sogar schon selbst angerufen, wenn der Mond gepasst hat.“

Kleine und große Kinder

Im Sommer ist die Natur rund um die Anlage ein riesiger Spielpark für die Kinder. Vor allem der Bach hinterm Haus zieht die Kinder magnetisch an. „Der Jonas und der Paul spielen oft den ganzen Tag dort. Sie nehmen sich die Reste der Installationsrohre, Holz, Nägel, Werkzeug und alles was man halt so braucht und bauen gemeinsam mit den Gästekindern Wasserleitungen, Mühlräder und was ihnen sonst noch einfällt.“ Und auch die Eltern machen mit, vor allem die Väter, die ihr Kind im Mann wieder so richtig entdecken. Ein kleiner Grill ermöglicht einen perfekten gemeinsamen Abend am Lagerfeuer.

Spielzimmer mit viel Holz.
Auch wenn das Wetter einmal nicht passen sollte. Die Kinder finden auch drinnen ihren Abenteuerspielplatz. Foto: Michele Catta

Der Umgang mit der Natur fördert die Phantasie, die Kreativität und die koordinativen Fähigkeiten der Kinder. Sie können sich überall im Gelände frei und gefahrlos bewegen, am Spielplatz, im Wald, beim Heuhüpfen. Apropos Heuhüpfen. Im alten Stadel können die Kinder auf einen Heuhaufen runterspringen, ein absolute Attraktion!

Auch der Winter in Gsies ist ideal ist für Naturliebhaber, die den Rummel nicht so mögen. Hier kann man Rodeln, zur Alm hochstapfen, Schneeschuhwandern, Langlaufen, Schitouren gehen aber auch Schifahren, hinten in St. Magdalena. Für die Entspannung am Abend gibt es im Blaslahof jetzt auch noch Sauna und Schwimmbad.

Sauna mit großer Glasfläche und Blick hinaus in den Sonnenuntergang im Gsiesertal.
Sauna mit Blick ins Gsiesertal. Foto: Michele Catta

Südtiroler Schauküche

Einmal die Woche wird miteinander gekocht und die Gäste können von Iris typische Südtiroler Gerichte lernen. Das Zentrum der Küche ist der Bauernherd in der Stube, wo Iris ihr legendäres Kalbsschulternaht’l zubereitet. „Die Gäste können mir beim Kochen zuschauen oder mitmachen. Da zeige ich ihnen dann, wie man die Knödel richtig macht, damit sie nicht zerfallen. Und wenn ich viel Zeit habe machen wir auch einmal Schlützkrapfen“.

Und einmal die Woche geht es mit den Gästen rauf auf die Alm. Vorher werden Wildkräuter gesammelt und Knödel gemacht, die dann bei der Rast oben verzehrt werden. Als Draufgabe gibt es dann noch einen Apfelschmarrn aus der Pfanne.

Der Traum von Iris und Martin, ihren Gästen eine ganz einfache und familiäre Normalität zu bieten, gelingt. „Der Betrieb, wie wir ihn jetzt haben, ist genau der, den wir selbst suchen würden, wenn wir mit unseren Kindern in Urlaub fahren.“

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zuletzt geändert am 04.06.2019

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