Die Kürsingerhütte auf 2.558 Meter
Die Kürsingerhütte auf 2.558 Meter ist Ausgangspunkt für die Gipfeltour. Foto: TVB Wildkogel Arena

Mein erster Dreitausender

Einer perfekten Pyramide gleich strebt der Großvenediger aus dem Oberpinzgau 3666 Meter hoch in den Himmel der Hohen Tauern. Wie wäre es, sich selbst einmal auf einen Dreitausender zu wagen.

Eine Audienz bei der „weltalten Majestät“, wie der Großvenediger seit 200 Jahren auch genannt wird, ist wahrlich das Höchste. Das dachte sich Anfang des 19. Jahrhunderts auch Erzherzog Johann. Am 9. August 1828 wollte der bergbegeisterte Adlige mit 16 Männern den Gipfel erklimmen. Eine Lawine machte der Seilschaft einen Strich durch die Rechnung und verschüttete den Führer Paul Rohregger. Der aber überlebte und stand 13 Jahre später, im Jahr 1841, im fortgeschrittenen Alter von 70 Jahren, schließlich als erster am Gipfel des Großvenedigers.

Die ganz persönliche Erstbesteigung

Zu einer besonderen Herausforderung wird der Großvenediger auch heute noch für alle, die sich zu ihrer persönlichen Erstbesteigung aufmachen. Das ist  zwar bedeutend einfacher als zu Erzherzog Johanns Zeit, jedoch wegen der vielen Gletscherspalten nicht ungefährlicher. Daher ist es wichtig, einen erfahrenen Bergführer zur Seite zu haben. Zum Beispiel Hans Peter Gassner. Der ist nicht nur Hotelier des Wanderhotels Gassner in Neukirchen am Großvenediger, sondern auch ausgebildeter Wanderführer.

Der Gipfelgrat am Großvenediger.
Der Gipfelgrat am Großvenediger. Foto: Wanderhotel Gassner

In eineinhalb Tagen auffi auf’n Berg

So wie Rohregger Paul anno 1841 ziehen Hans Peter und ein weiterer Bergführer von Neukirchen aus los, um mit Gästen den Pinzgauer Dreitausender zu bezwingen. Anders als damals lässt man sich heute aber vom Nationalparktaxi durch das Obersulzbachtal bis auf 1900 Meter chauffieren, um dann in zwei Stunden ganz entspannt zur Kürsingerhütte hochzuwandern. Die thront auf 2558 Meter Höhe und ist das klassische Basislager für den Venediger. Tags darauf brechen die Gipfel-Aspiranten mit dem ersten Licht des Tages auf. Nach einer Stunde erreichen sie den Gletschereinstieg. Dort wird angeseilt, denn die ersten Spalten gähnen schon frühmorgens. Auf dem Plateau des Untersulzbachtörls genießt man die ersten Sonnenstrahlen. Und rundherum funkeln die 3000er im Morgenlicht. Weiter geht’s über den mächtigen Gletscher zur Venedigerscharte (3400 m). Der Anstieg zur Scharte ist der steilste Abschnitt der Tour, die ansonsten meist sehr gemütlich dahingeht. zusätzlich muss hier in manchen Jahren eine eindrucksvolle Randkluft überwunden werden.

3666 Meter über den Dingen: Das ist Echt der Gipfel

Nach dem atemlos schmalen Gipfelgrat winkt dann endlich das Gipfelkreuz. Und eine einmalige Aussicht: vom Dachstein über die Glocknergruppe, die Julischen Alpen, Dolomiten, Ortler und Adamello, die Ötztaler Alpen bis zum Karwendel und dem Wilden Kaiser. Ob man von hier oben jedoch bis nach Venedig sieht, wie der Name Großvenediger vermuten lässt, muss jeder selbst austesten.

Der Aufsieg von der Kürsingerhütte dauert etwa fünf Stunden, der Abstieg insgesamt etwa vier Stunden. "Ab 3.000 Meter spürt man die Höhe schon", meint Hans Peter Gassner. Daher sollte man schon etwas Kondition mirbringen - oder diese vor der Tour am Fuße des Großvenedigers mit Blick auf das finale Ziel tanken.

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zuletzt geändert am 27.02.2017

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