2 Langläufer in der Loipe bei strahlendem Sonnenschein
Foto: Matthias Hofer

Puchenstuben - ein Hauch von damals

Puchenstuben ist sicher nicht die erste Destination für Wintersportler und wahrscheinlich genau deshalb so attraktiv für alle, die etwas ziemlich Einzigartiges suchen.

Am Wochenende ist Sonne angesagt. In der Bergwelt Niederösterreichs liegt der Schnee meterhoch. Das ist genau jener Mix, der die Blechlawinen zu den großen Schigebieten in Bewegung setzt. Auch der Parkplatz am Turmkogel in Puchenstuben ist an so einem Tag gut ausgelastet. Und doch hat man das Gefühl, dass der Massentourismus hier nicht angekommen ist. Das Winter-Wonderland ist hier irgendwie echter, authentischer.

2 Personen im Zug.
Anreise mit Frühstück im Panoramawagen der Mariazellerbahn. Bequemer geht es nicht mehr. Foto: Daniel Reisinger

So richtig entschleunigend ist die öffentliche Anreise mit der Mariazellerbahn. Zur normalen Garnitur werden an solchen Tagen zwei Panoramawaggons angehängt, wenn es genügend Reservierungen gibt. Die Fahrt von St. Pölten dauert gut eineinhalb Stunden – also genug Zeit für ein ausgiebiges Frühstück.

Zwischen dem Bahnhof Puchenstuben und dem Schi- und Langlaufgebiet Turmkogel liegen nur ein paar Kilometer. Das machte es bisher unmöglich, mit der Bahn anzureisen. 2019 hat die Gemeinde einen Shuttledienst eingerichtet, probeweise für die Semesterferien. Der heftige Schneefall Anfang Februar machte den Plänen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Die Bergstrecke der Mariazellerbahn war zum Teil meterhoch mit Schnee bedeckt und nicht befahrbar. Keine Züge, kein Shuttle zum Schigebiet. Der Test musste abgesagt werden.

Das Angebot bestand aber weiter. Kurz nachdem die Strecke wieder frei war haben wir den Shuttle bestellt und wurden auch abgeholt. Kein Kleinbus sondern zwei PKW‘s warteten am Bahnhof, denn wir waren zu viert. Die Chauffeure waren Bürgermeisterin Petra Jani und ihr Vize Ewald Aigner. „Wenn wir den Shuttle schon anbieten, so müssen wir auch zu unserem Wort stehen“, lachte Jani, die ob ihrer Funktion in der Gemeinde kurzfristig für den Abholdienst eingesprungen ist. Das nenne ich einen Empfang.

Bürgermeisterin und Vize mit PKW.
Das Empfangskomitee: Bürgermeisterin Petra Jani und Vizebürgermeister Ewald Aigner. Foto: Christian Brandstätter

Vor dem Turmkogel-Zentrum tummeln sich viele Kinder. Sie können spielerisch die ersten Rutschversuche unternehmen, während sich die Eltern in der Sonne bräunen. Ausrüstung gibt es im Skiverleih gleich daneben. Wer seine Schuhe in den Spint sperren möchte, muss dafür 10 Schilling einwerfen. Mit der 1-Euro Münze gibt sich das Schließfach nicht zufrieden, die 2-Euro-Münze akzeptiert der Mechanismus. Die Inflation macht auch hier nicht halt – obwohl: das Geld gibt es natürlich zurück, wenn man sich die Sachen wieder abholt.

Schließapparat mit 10 Schilling Münze.
Zurück in die Zukunft... Foto: Daniel Reisinger

Panoramawandern

Im Schigebiet selbst haben es uns die Langlaufloipen angetan. Wir wandern mit den Schiern durch die tief verschneite Landschaft, großteils durch den Wald und werden immer wieder von einem herrlichen Panoramablick auf Ötscher und Gemeindealpe eingefangen.

Panoramablick mit 2 Schistöcken im Vordergrund
Loipe mit Weitsicht. Foto: Christian Brandstätter

Nach einer gemütlichen Runde stärken wir uns im Selbstbedienungsrestaurant, das ebenso wie der Münzautomat den Charme der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts versprüht. Schnitzel, Käsekrainer, Germknödel und Mohnnudeln schmecken trotzdem vorzüglich - alles was das Herz des Wintersportlers begehrt.

Am Nachmittag werden wir wieder rechtzeitig zum Bahnhof gebracht. Und wer jetzt am Ende des Tages noch gut zu Abend essen möchte, für den habe ich zwei Tipps. Entweder in der Haltestelle Tradigist aussteigen – die liegt direkt neben dem Naturhotel Steinschalerhof mit seiner hervorragenden Bio-Kräuter-Küche - oder am Alpenbahnhof in St. Pölten – dort ist gleich vis a vis das Vinzenz Pauli, wo ebenfalls mit regionalen und vorwiegend biologischen Zutaten gekocht wird. Bei beiden unbedingt vorher reservieren! Für das Abendessen hat man eine Stunde oder gemütliche zwei Stunden Zeit bis man die Reise mit dem nächsten Zug fortsetzen kann.

Appell an alle, die zum Wintersport nach Puchenstuben fahren: Unbedingt in der Gemeinde einen Shuttledienst anfordern! Denn wenn das Angebot nicht nachgefragt wird, wird es auch wieder eingestellt. Wäre echt schade!

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zuletzt geändert am 21.02.2019

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