Menschen tanzen und feiern.
Im Herbst wird wieder so richtig gefeiert. Die Menschen freuen sich über echte Begegnungen. Foto: SalzburgerLand

Urlaub nach Corona

Es ist ein milder Spätsommertag im September 2020. Die Sonne strahlt vom Himmel und die Wagrainer Bauern bringen zum dritten Mal das Futter ein. Der Duft der frisch gemähten Wiese steigt uns in die Nase. Riechst du ihn? Wagrain-Kleinarl nimmt dich mit auf eine Reise in die Zukunft.

Die Menschen sind wieder an ihren Arbeitsplätzen, so auch die Mitarbeiter von Wagrain-Kleinarl Tourismus. Die in den letzten Monaten so lieb gewonnene Jogginghose weicht gepflegter Kleidung, Dirndl und Lederhose. Durch die Erfahrungen während der Corona-Krise hat sich der Büroalltag verändert: Es wird abwechselnd von zuhause aus gearbeitet.

Wirtschaftlich hat die Zeit rund um Corona dem Tourismus enorm geschadet. So sind auch in Wagrain-Kleinarl die Umsätze quasi über Nacht weggebrochen. Gemeinsam konnten wir die Krise überstehen, aber die Auswirkungen werden noch in den nächsten Jahre spürbar sein.

Für viele haben sich die Werte verschoben. Zeit für die Familie steht wieder ganz oben, ebenso der Zusammenhalt und gemeinsam etwas zu erreichen. Geld wird auch weiterhin unverzichtbar bleiben, die Corona-Zeit lehrte uns aber, dass es definitiv Wichtigeres gibt: Der Duft einer frisch gemähten Wiese, ein langer Spaziergang mit der Familie, das Rauschen des Baches, das Zwitschern der Vögel, der Geschmack eines selbst gebackenen Brotes.

Aus den Nachrichten erfahren wir, dass es ab nächsten Monat eine Impfung gegen das Corona-Virus geben wird. Jetzt atmen alle auf. Corona sollte ab sofort ähnlich wie die Influenza verlaufen. Regelmäßiges Händewaschen behalten wir aber bei.

Wir entdecken Gastfreundschaft neu

Paar kauft Käse von einem Bauern auf dem Markt.
Der Bauernherbst lädt zu einer Vielfalt an Aktivitäten. Dazu gibts frische Produkte von Bauern aus der Region. Foto: SalzburgerLand Tourismus

Die Bauernherbst-Liebhaber sind zurück in Wagrain-Kleinarl. Sie hatten einfach Sehnsucht nach den Bergen, den glitzernden Gebirgsseen und der Aussicht. Ganz überrascht sind sie von den vielen Spaziergängern und den netten Pläuschchen, die die Leute miteinander halten. Jeder konnte sich in der Corona-Zeit wieder besinnen und so sind die Gespräche ganz anderer Natur.

Und der Guglhupf kommt mit

Social Distancing ist vorbei. Durch lange (Video-)Telefonate, Skypekonferenzen sowie aufmunternde Whats App Nachrichten hat sich gezeigt, welche Freundschaften und Beziehungen auch in herausfordernden Zeiten Freude und Kraft bringen. Die „falschen“ Freunde haben wir aussortiert – dafür steht weder die genutzte Zeit noch die Energie. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit Leuten, die wir gern haben, wieder Zeit verbringen dürfen. Das Vereinsleben boomt, jeder möchte eine gschmackige Jause oder einen duftenden Gugelhupf zu den Treffen mitnehmen. Und der feierliche Erntedank in Wagrain und Kleinarl steht vor der Tür.

Süße Marmelade als Belohnung

Die Bauern haben schon den ersten und den zweiten Schnitt eingefahren. Zwar war der erste Schnitt nicht ganz einfach zu bewältigen, da zahlreiche Bauern im Bett lagen, Fieber und Husten hatten und aufgrund der häuslichen Quarantäne nicht aufs Feld konnten. Zusammenhalt in den kleinen Gemeinden ist nun gefragt. Aber die Nachbarbauern mähen und heuen gemeinsam und bringen auch das Heu von den erkrankten Kollegen ein. Dafür bekommen sie jetzt im Herbst Geschenke von den wieder gesunden Bauern: Die Apfel-, Zwetschken- und Birnenbäume tragen Früchte, als gebe es kein Morgen. Die Bäuerinnen kochen leckere Marmelade ein und schenken sie den Helfern in der Not. Dazu backen sie herrlich duftendes Bauernbrot aus ihrem Sauerteig, den sie in der Corona-Zeit angesetzt und gefüttert hatten. Der Sauerteig musste vorher etwas warten, obwohl er einfach zu pflegen ist. Mit zwei Minuten Streicheleinheiten pro Tag in ihrer ersten Woche ist die neue „Teigmutter“ auch schon glücklich…

Keine Sorge. Das ganze Obst wird selbstverständlich nicht nur zu Marmelade verarbeitet. Auch auf den Schnaps wollen die Bauern nicht vergessen und die reichliche Obsternte wird den Landwirten volle Maischefässer im Keller bescheren. Im Winter werden sie die Maische brennen. Der Schnaps kann bei kleineren Symptomen durchaus als Medizin verwendet werden

Gutes Essen aus der Regon

Man merkt es ganz deutlich: Generell achten die Einwohner vermehrt auf ihre Ernährung. Regionale und Bio-Produkte erleben ein Revival. Biolebensmittel vom Bauern stehen hoch im Kurs. Mmmh. Selbstgemachte Butter auf dem oben erwähnten Sauerteigbrot. Da fehlt nur noch was Grünes. Denn Vitamine und eine ausgewogene Ernährung sind wichtiger geworden. Zeit zum gemeinsamen Kochen und zum gemeinsamen Essen ebenso. Dem Schnellimbissladen und der Döner-Bude wurde schon lang kein Besuch mehr abgestattet. Denn alle freuen sich auf richtig gutes Essen zuhause mit der Familie. Wie konnten wir früher nur im Stehen, beim Autofahren, vor dem Fernseher Essen in uns hineinschlingen? Den Mahlzeiten wird nun von allen Generationen Beachtung geschenkt. Auch die Gemüsegärten geben uns reichlich. Da ist es ein Leichtes sich in der Natur zu bedienen und die Vitamine auf den Tellern zu genießen.

Grünes beim Spazieren

Landschaft, Blick vom Berg auf einen See.
Impressionen vom Tappenkarsee. Foto: Wagrain-Kleinarl / Eduardo Gellner

Neue Gewohnheiten wie, die tägliche Yoga-Einheit und den liebgewonnenen Spaziergang geben die Menschen nicht auf. Die Rückenbeschwerden der Leute sind weniger geworden, die Energie fließt durch den, sonst vom vielen Sitzen sehr belasteten, Körper. Beim Spazieren sammeln die Leute Vitamine für ihre Salatschüssel oder den morgendlichen grünen Smoothie: Brennnessel, Löwenzahn oder Giersch kommen seit der Corona-Zeit in jeden Haushalt und steigern damit den Vitaminhaushalt.

Das Christkind bringt Babys

Tja. Bei vielen sehen wir ein kleines Baby-Bäuchlein. Herzlichen Glückwunsch! Die Ausgangsbeschränkungen, während Corona wütete, haben sich durchaus positiv ausgewirkt. Zu Weihnachten gibt es eine richtige Bescherung. Für einige brachte die Corona-Krise, in Sachen Liebe, eine andere Veränderung. Manche Beziehungen konnten unter dem finanziellen Druck und dem stark veränderten Alltag der ganzen Familie nicht standhalten. Aber unsere neuen Singles sind letztendlich froh. Nachdem sie ihre Gedanken neu sortiert hatten, sind zum Schluss gekommen, dass diese Beziehung es nicht wert war. Denn wer uns in der Krise nicht mag, hat uns im Luxus nicht verdient und beim Spazieren treffen wir neue Leute – manche davon mit Kinderwagen.

Autorin: Barbara Pirchner, März 2020

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zuletzt geändert am 10.08.2020

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