Kajakfahrer vor einer Kornateninsel
Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus / Luka Tambaca

Kroatien - Mit dem Kajak durch die Kornaten

Mit einem Kajak von Insel zu Insel paddeln und zwischendurch in einsamen Buchten an Land gehen um zu rasten oder im Meer zu schwimmen -  in den Kornaten wartet das sanfte Abenteuer auf Sie.

Auf die Idee zu dieser Geschichte bin ich gekommen, weil es uns vor einiger Zeit einmal auf die (Halb-)Insel Murter verschlagen hat. Dort gab’s in einer kleinen Bucht neben Strand und Restaurant auch einen Kajakverleih. Wir machten uns also mit Muskelkraft auf den Weg, die benachbarten Inseln zu erobern und steuerten auf den ersten Steinehaufen in unserem Sichtfeld zu. Bei dessen Überrundung entdeckten wir zwar eine Art Leuchtturmwärterhäuschen, dürfte jedoch nicht bewohnt gewesen sein. Ein paar Paddelschläge weiter dann eine kleine Bucht, in der wir für eine Badepause vor Anker gingen.

Danach steuerten wir die Insel Zminjak an. Auch diese ist unbewohnt, aber es gibt ein Restaurant. Aus der Bucht ragt ein langer Landesteg ins Meer. Hier legen normalerweise die Motorboote der Mittags- und Abendgäste an. Wir paddeln bis zur Restaurantterrasse und ziehen unsere Boote unter Szenenapplaus der Gäste an Land. Die Fortbewegung per Kajak dürfte also noch etwas Besonderes sein.

Wir hatten als Laien auf dem Gebiet der Nautik die schützende Heimatinsel Murter natürlich ständig in Sichtweite. Eine Inselumrundung (25 Kilometer) oder der Besuch der kleinen Inseln im Norden ist nicht gefährlich, weil man sich ständig in Küstennähe aufhält.

Anders ist es schon, wenn man von Slanica auf Murter nach Kornat übersetzt. Das sind gut 13 Kilometer über das offene Meer – und dann kommt auch noch die Rückfahrt dazu. Auch wenn das Paddeln in der dalmatinischen Inselwelt als einfach gilt, kann das Wetter sehr schnell umschlagen und kräftiger Wind aufkommen. Und auch die Motorboote, die die Route mit einem Höllentempo kreuzen, sind alles andere als vertrauenserweckende Verkehrskollegen.

Daher ist es besser, die Tour entlang der Inseln von Norden nach Süden anzulegen. Eine beliebte Basistation für Kajaktouren ist das Haus Risanka in der Bucht von Šipnate im Nordwesten des Nationalparks. Dort stehen den abenteuerhungrigen Gästen 20 Kajaks samt dazugehöriger Ausrüstung zur Verfügung. Täglich werden unter der Leitung erfahrener Guides Touren angeboten. Dabei bleibt auch Zeit zum Schwimmen und Schnorcheln. Das Haus Risanka bietet drei Zimmer für maximal zehn Gäste und Platz für Zelte im Garten. Dazu gibt es warmes Wasser zum Duschen, Strom, Getränke sowie regionales und saisonales Essen. Wer will, kann sein Essen auch selbst in der Küche zubereiten. Kontakt: Free Spirit Center on Murter Island.

Inseln im Nationalpark Kornaten - Luftbild
89 Inseln der Kornaten vor der Kroatischen Adriaküste wurden 1980 zum Nationalpark erklärt. Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus / Ivo Pervan

Die Kornaten

Mit 152 Inseln sind die Kornaten an der kroartischen Adriaküste die dichteste Inselgruppe im Mittelmeer. 89 Inseln wurden 1980 zum Nationalpark ernannt und damit unter Naturschutz gestellt. Die Nationalparkverwaltung befindet sich in Murter. Von dort werden Ausflüge in den Nationalpark angeboten. Der Zugang zum geschützten Nationalparkgebiet ist kostenpflichtig. Für Boote ist eine Zutrittsgebühr zu entrichten. Es gelten strenge Verhaltensvorschriften.

Zu den eindrucksvollsten Naturerscheinungen im UNESCO Weltnaturerbe zählen die majestätischen Klippenwände auf der Insel Klobučar(80 m), Mana (65 m), Rašip Veli (64 m). Unter dem Meer reichen die Wände bis in eine Tiefe von 100 Meter. Für die Freunde der Unterwasserwelt wurden Tauchzonen ausgewiesen, wo man in Begleitung von Profis aus authorisierten Tauchzentren in die Tiefen des Kornati Nationalparks abtauchen kann. Tauchen auf eigene Faust ist verboten.

Faszinierend ist auch die Durchfahrt durch einzelne Engpässe zwischen den Inseln. Da wundert es nicht, dass die Inselwelt besonders bei Tauchern und Nautikern so beliebt ist. Im Sommer tummeln sich jede Menge Bote durch das Insellabyrinth. Auf mehreren Inseln laden die Bootsstege von Restaurants zum Anlegen und zur Stärkung ein. Auf den Speisekarten dominieren Fisch, Meeresfrüchte und gegrilltes Lamm.

Die Inseln selbst – zum Teil sind es nur einzelne Felsen - bestehen aus Kalkstein und sind wenig bis gar nicht bewachsen. Es gibt auch keine Quellen, die meisten Inseln sind unbewohnt. Ruinen von Wohnhäusern zeugen von einer Besiedlung einzelner Inseln zur Zeit der Illyrer. Auf den größeren Inseln gibt es auch markierte Wanderwege die an herrlichen Aussichtspunkten vorbeiführen. Vom Wasser aus findet man immer wieder zauberhafte Badebuchten.

Infos zum Nationalpark Kornati>>> (englisch & kroatisch)

zuletzt geändert am 07.07.2017

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