Blick von einer Anhöhe ins Tal. Saftig grüne Wiesen, darin eingebettet eine Ortschaft.
Foto: Wildschönau Tourismus / H. Dabernig

Wildschönau – das Hochtal der leisen Erlebnisse

Eingebettet in die beeindruckende Bergwelt der Kitzbüheler Alpen liegt die Wildschönau – ein Hochtal, das bewusst einen anderen Weg geht. Statt spektakulärer Eventkulissen setzt die Region auf Authentizität, gelebte Tradition und naturnahe Erlebnisse.

Die vier Dörfer Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach versprechen einen entschleunigten Urlaub mit familiärem Charakter. Schon bei der Anreise wird spürbar, worum es hier geht: Ruhe, Ursprünglichkeit und die Nähe zur Natur. Niederau empfängt als Tor zum Tal seine Gäste, während Oberau als Hauptort und lebendiger Mittelpunkt das gesellschaftliche Herz bildet. In Auffach öffnet sich der Zugang zum Schatzberg und zu eindrucksvollen Almlandschaften, während Thierbach als höchstgelegener Ort mit seiner abgeschiedenen Lage eine besondere Ursprünglichkeit bewahrt.

Natur erleben

Im Sommer führt ein weitläufiges Netz an Wanderwegen durch Wiesen, Wälder und hinauf zu aussichtsreichen Gipfeln. Besonders eindrucksvoll ist die Kundler Klamm, eine der schönsten Naturschluchten Österreichs. Auf einem breiten, barrierefreien Weg entlang der Wildschönauer Ache erlebst du eine faszinierende Kombination aus mächtigen Felswänden und glasklarem Wasser. Zahlreiche Gumpen laden zum Wasser-Pritscheln, Steine werfen und Erfrischen ein. Der ideale Ort, um sich an heißen Tagen abzukühlen.

Eine Gruppe von Wanderern auf einem breiten Wanderweg, daneben ein Bach und links und rechts steile Felswände.
Ein breiter, barrierefreien Weg entlang der Wildschönauer Ache führt durch die Kundler Klamm. Foto: Wildschönau Tourismus / H. Dabernig

Übrigens: Kleine „Schluchtspechte“, die ganz genau hinsehen, werden unterwegs märchenhafte Fabelgestalten aus Holz entdecken. Sie erinnern an die alte Wildschönauer Sage, die von einem wildgewordenen Drachen berichtet, der in seinen letzten Lebensminuten Felsgestein zerbiss und so die Wildschönau und die Kundler Klamm schuf.

Familien finden im Hochtal ideale Bedingungen. Der ganzjährig geöffnete Familienpark Drachental vereint Spiel, Bewegung und Naturerlebnis an einem Ort. Ergänzt wird das Angebot durch kinderfreundliche Wanderwege und zahlreiche Erlebnisstationen, die den Urlaub auch für die jüngsten Gäste abwechslungsreich gestalten.

Doch die Wildschönau bietet mehr als klassische Naturerlebnisse. Themenwege wie der „Franziskusweg“ oder der „Weg des Vertrauens“ verbinden Bewegung mit Besinnung. Kunstwerke, Texte und Naturkulisse verschmelzen dabei zu einem Erlebnis, das Raum für Reflexion schafft und den Blick auf die wesentlichen Dinge lenkt.

Der „Holzweg“ Auffach ist ein Rundweg, der beim Spar Markt startet. Er bietet in zehn Stationen viel Wissenswertes über das Holz und die damit verbundene Tradition in der Region, unter anderem im Holzmuseum Auffach. So stammt der Name Auffach von "auffachen". Das Holz aus der Holztrift wurde in der Ache aufgefangen und mithilfe der Wasserkraft über die Kundler Klamm ins Inntal transportiert.

Steinhaus mit hölzernem Mühlrad.
Die restaurierte Mühle in der Nähe des Holzmuseums in Auffach ist ein Hinweis auf die historische Nutzung der Wasserkraft. Foto: Marion Frankhauser

Wenn es für dich ein bisschen mehr sein darf, kannst du deine Kondition beim „Wildschönauer 4-Gipfel-Erlebnis“ trainieren. Kragenjoch, Roßkopf, Gratlspitze und Großer Beil heißen die Bergspitzen, die du über mehrere Tage verteilt erklimmen kannst. Gipfelglück hoch vier verspricht auch der „Wildschönauer Höhenweg“. 15 Kilometer und 760 Höhenmeter, von der Bergstation am Markbachjoch über vier Gipfel bis zur Schönangeralm.

Drei Personen wandern auf einem Grat entlang eines Bergsees.
Am Wildschönauer Höhenweg. Foto: Wildschönau Tourismus / Niek Belder

Almkulinarik

Kulinarisch verbindet die Region Bodenständigkeit mit Qualität. Tiroler Klassiker treffen auf moderne Küche, regionale Zutaten stehen im Mittelpunkt. Eine besondere Spezialität ist der Krautinger – ein Rübenschnaps, der ausschließlich in der Wildschönau gebrannt werden darf und als echtes Stück regionaler Identität gilt.

Ein Herzstück der Region ist die lebendige Almkultur. Über 40 bewirtschaftete Almen prägen im Sommer das Landschaftsbild. Damit ist die Wildschönau ist eine der almenreichsten Regionen Österreichs. Hier wird nicht nur gewandert, sondern auch traditionelles Handwerk gelebt. Einer der bekanntesten Käser ist Johann Schönauer von der Schönangeralm. Diese Alm ist der Stolz von 25 bäuerlichen Betrieben. Auf 680 Hektar Almgebiet verbringen rund 260 Tiere von Juni bis September ihren „Sommerurlaub“. Täglich werden 2000 Liter Milch verarbeitet. In der Schaukäserei kannst du Johann dabei beobachten, wie er mit viel Fingerspitzengefühl köstliche Spezialitäten wie Bergkäse, Emmentaler, Camembert, Tilsiter oder Kräuterkäse herstellt.

Auf 1.030 Metern Höhe liegt der Kräutergarten von Birgit Haas, wo auf 700 Quadratmetern etwa 30 heimische Kräutersorten gedeihen. Die Kräuter werden per Hand geerntet und in der hauseigenen Anlage getrocknet. Birgit, Expertin in Kräuterkunde, bietet Führungen an, bei denen sie Heilkräuter, Salben und Tees vorstellt.

Frau hält Kräuter in der Hand, rund um sie eine Gruppe von Menschen, die ihr zuhören.
Kräuterwanderung mit Sonja Seisl. Foto: Wildschönau Tourismus / Niek Belder

Die Weite suchen: Winterwandern in der Wildschönau

Im Winter zeigt sich die Wildschönau von ihrer sanften Seite. Neben dem Skigebiet „Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau“ und einer Naturrodelbahn stehen vor allem ruhige Naturerlebnisse im Fokus. Ein breites Netz an Winterwanderwegen führt durch die verschneite Landschaft vorbei an urigen Bauernhöfen zu den Ruhepolen der Region. Besondere Highlights sind die Schönangeralm mit Rundwanderweg, das idyllische Dörfchen Thierbach mit dem Kogl-Rundwanderweg sowie Niederau mit dem Wildgehege Foisching.

Frau stapft durch den Schnee hoch zu einer Kapelle in einer Waldlichtung.
Winterspaziergang zur Schönanger Kapelle. Foto: Wildschönau Tourismus

Darüber hinaus bietet die Wildschönau auch geführte Schneeschuhtouren und Winterwanderungen. Fast jeden Tag steht eine andere Tour auf dem Programm, erfahrene Guides zeigen dir die schönsten Ecken ihrer Heimat. Ein besonderer Tipp für Romantiker: Die Abendwanderungen mit Stirnlampe oder Fackeln.

Umweltzeichen für Tourismusdestinationen

Die Auszeichnung mit dem Österreichischen Umweltzeichen unterstreicht den Anspruch der Region, nachhaltigen Tourismus aktiv zu gestalten. Ziel ist es, die Lebensqualität im Hochtal langfristig zu sichern und gleichzeitig die Natur zu bewahren – ohne dabei die gewachsenen Strukturen und die regionale Identität aus den Augen zu verlieren.

Umweltfreundliche Mobilität, regionale Wertschöpfung und der respektvolle Umgang mit Ressourcen sind dabei feste Bestandteile des touristischen Angebots. Ein besonderes Anliegen ist die Barrierefreiheit, sowohl bei den Unterkünften als auch durch rollstuhltaugliche Wanderwege. Im Familienpark gibt es eine Rollstuhlschaukel. Der Rollstuhl wird einfach auf die Plattform gefahren, sicher fixiert – und schon kann das Schaukeln beginnen.

Überdachte Plattform, auf der zwei Personen eine Person im Rollstuhl schaukeln.
Rollstuhlschaukel im Familienpark Drachental. Foto: Wildschönau Tourismus / Niek Belder

Weitere Infos über die Wildschönau>>>

Mobilität

Durch die Nähe zum Bahnknotenpunkt Wörgl ist die Anreise per Zug sehr gut machbar. In der Region sind der Wanderbus zu den wichtigsten Ausflugszielen und der Skibus zu den Talstationen der Skigebiete sowie die öffentlichen Verkehrsmittel und Taxis eine gute Alternative zum Auto. Für Nachschwärmer gibt es auch einen Nightliner. Die Busse innerhalb der Wildschönau sind in der Wildschönau Card inkludiert.

TIPP: Mit der Mobilitäts-App wegfinder findest du alle Angebote für deine An- und Rückreise und kannst diese auch gleich buchen. Neben Zügen und Bussen zeigt dir die App auch das vorhandene Leih-Angebot an Autos, Fahrrädern und E-Scootern sowie regionale Taxiunternehmen für die Fahrt vom Bahnhof / von der Bushaltestelle zum gebuchten Quartier.

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zuletzt geändert am 08.05.2026

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