Eine kleine Kapelle auf einer Landzunge, im Vordergrund Schilf, Lichtspiel des Sonnenuntergangs.
Das Hafenviertel Sjökvarteret. Foto: Rebecka Eriksson, Visit Åland

Åland - Das Glück in den Wellen der Ostsee

Es riecht nach Salz, Tang und Nadelwald, das Meer schimmert fast dunkelgrün, während der rote Granit unter den Füßen in der Abendsonne leuchtet. Åland ist ein Paradies für die Sinne – und für die Seele, die zur Ruhe kommen will.

Über 6.700 Inseln und Schären: Åland ist eine Inselgruppe in der nördlichen Ostsee, mitten zwischen dem finnischen Festland und Schweden. Ihre Hauptinsel, Fasta Åland, liegt nur 40 Kilometer von der schwedischen Küste entfernt. Diese Lage verrät schon recht viel über die Geschichte der Inseln – mal Teil Schwedens, mal des russischen Zarenreiches, häufig belagert und besetzt. Heute ist die Inselgruppe eine Region Finnlands, die Amtssprache Schwedisch und der Status der Inseln weitgehend autonom – was sich in einer eigenen Flagge, eigenen Briefmarken, dem Steuersystem und dem Status als entmilitarisierte Zone widerspiegelt. Besiedelt ist Åland jedoch schon seit der Steinzeit. Auch ein mittelalterliches Schloss und ebenso alte, aus Stein gebaute Kirchen laden zum Besuch ein – Kirchen, in denen zumal auch bemalte Schiffsmodelle aus Holz von der Decke hängen und die ganz anders sind als der barocke Prunk, den eine angestammte Niederösterreicherin mit Gotteshäusern verbindet.

Ein Ausblick über Granit und grünen Wald bis zum Meer.
Bergö in Finström. Foto: Michaela R. Reisinger

Meeresbrise und Blätterrauschen

(Kultur-)geschichtlich ist Åland einen Besuch wert, vor allem ist es aber ein Ort für alle, die es gleichermaßen ans Meer und in den Wald zieht. Runde Felsen, flachgeschliffen durch Eis. Viel Granit, krumme Kiefern, Heidekraut, Moos, Flechten, seltene Orchideen und wilde Beeren. Nicht nur jene, die Heidelbeeren lieben, können hier naschen. Auch Moltebeeren und viele andere Beeren lassen sich finden, ebenso Sanddorn und Pilze.

Die Nadel- und Laubwälder reichen bis zum Meer. Im Unterholz begegnet man möglicherweise Nagetieren, im Wald Rothirschen und Rehen. Auch ein Blick nach oben lohnt sich, denn Åland ist das Zuhause einer vielfältigen Vogelwelt, die die Meereslage und das milde Klima genauso genießt wie wir. Andere Leute würden vielleicht „kalt“ dazu sagen – im Sommer im Schnitt zwischen 15 und 17 Grad –, dafür lacht die Sonne bedeutend öfter als in diesen Breiten üblich. Ideal, wenn man untertags aktiv ist und eine Sauna oder einen Kamin in Reichweite hat, um den kühlen Abendstunden Behaglichkeit einzuhauchen.

Abendstimmung, ein Steg führt von rotem Granit aus ins Meer. Schilf wiegt sich am Ufer
Von der Sauna ins Meer - eine gutes Prinzip für Abende auf Åland. Foto: Michaela R. Reisinger

Einmal Inselhopping bitte!

Eines ist Åland noch: flach. Trotzdem sich die Inseln pro Jahr immer noch etwa sieben Millimeter aus dem Meer heben, beträgt die größte Steigung gerade einmal 129 Meter. Damit eignet sich Åland besonders gut zum Radfahren. Viele Ausflugsziele lassen sich leicht zu einer Tagestour verbinden und Aussichtstürme belohnen mit weitem Rundumblick. Brücken und Fähren verbinden Inseln und Inselteile und laden zu reizvollen Rundreisen ein, zum Beispiel eine knapp 55 Kilometer lange Tour im nördlichen Inselteil, bei der man mit der Radfähre von Skarpnåto nach Hällö übersetzt und die Bezirke Hammarland, Geta, Finström und Jomala durchquert. Eine Mehrtagestour könnte von Mariehamn über Lem- und Lumperland auf die Föglö-, Kumlinge- und sogar die entlegenen Kökar-Inseln führen, bevor sie über Vårdö und Kastelholm nach Mariehamn zurückkehrt.

Eine Luftaufnahme einer schmalen Straße, die kleine Inseln verbindet.
Auf dem Järsövägen gen Nåtö. Foto: Peter Sjoeberg, flygfoto.ax, Visit Åland

Fahrradwege sind im Allgemeinen grün-weiß beschildert, an stärker befahrenen Straßen gibt es getrennte Fahrradwege. Beim Reisen per Boot sollte man sich über mögliche Ziele gut informieren, denn einige Schären und Inseln gelten als Rückzugsraum für Vögel und dürfen daher nicht betreten werden. Auf Åland befinden sich insgesamt 53 Natura-2000-Reservate, von denen die größeren Gebiete Nåtö, Ramsholmen, Prästgårdsnäset und Herrön für einen Besuch zu empfehlen sind. Zu Fuß führen ausgezeichnete Wanderwege und Naturpfade über weichen Waldboden, steinige Küsten und am allgegenwärtigen Meer entlang.

Ein bisschen Åland für Zuhause: Svartbröd nachbacken

Zutaten:

1/2 Liter Sauermilch
75 ml Zuckersirup (dunkel)
65 g brauner Zucker
75 ml Malzsirup
1/2 Teelöffel Salz
510 g grobes Roggenmehl
12 g Germ
1 Esslöffel Wasser
360 g grobes Weizenmehl (Weizenschrotmehl, Graham Mehl)

Zum Bestreichen:

25 ml starker Kaffee
25 ml Zuckersirup (dunkel)

  1. Sauermilch, Sirup, Zucker, Malz, Salz und Roggenmehl zu einem losen Teig verrühren. Mit zwei Tüchern abdecken. Bei Raumtemperatur einen Tag rasten lassen.
  2. Germ mit etwas lauwarmem Wasser verrühren, mit dem Weizenmehl in den Teig einarbeiten. Sieben Stunden gehen lassen.
  3. Den Teig in zwei Stücke teilen und zu etwa 3 cm dicken Scheiben ausrollen. Unter einem Tuch etwa eine Stunde gehen lassen.
  4. Den Ofen auf 200 Grad aufheizen.
  5. Kaffee und Sirup vermischen.
  6. Die Brote 10 Minuten lang im unteren Teil des Ofens backen, mit Kaffee-Sirup bestreichen. Erneut 10 Minuten backen und wieder bestreichen.
  7. Die Ofentemperatur auf 150 Grad senken, die Brote einzeln in Aluminiumfolie wickeln und drei Stunden lang in der Mitte des Ofens backen.
  8. Den Ofen ausschalten, die Brote im Ofen auskühlen lassen, dann zwei Tage in der Folie reifen lassen. In dünne Scheiben schneiden und mit Butter oder Käse genießen.

Ein runder Brotlaib mit glatter Kruste und charakteristischen Einstichen liegt auf verwittertem Holz neben Schnur und Butter.
Foto: Tiina Tahvanainen, Visit Åland

Anreise

Mit dem Nachtzug nach Hamburg/Berlin und die nächste Nacht weiter mit dem Nachtzug nach Stockholm. Dann mit der Fähre nach Mariehamm.
Mit dem Flugzeug nach Mariehamm (über München) oder direkt nach Stockholm/Tallinn und mit der Fähre nach Mariehamm.

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zuletzt geändert am 20.07.2021

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