Der Malerweg – wo die Landschaft zur Leinwand wird
Felsnadeln, Tafelberge, tiefe Schluchten und Weitblicke ins Elbtal: Der Malerweg in der Sächsischen Schweiz zählt zu den eindrucksvollsten Fernwanderwegen Deutschlands.
Wer die Sächsische Schweiz wirklich kennenlernen möchte, kommt am Malerweg nicht vorbei. Der rund 116 Kilometer lange Fernwanderweg zählt zu den schönsten Wanderstrecken Deutschlands und führt durch die spektakuläre Felsenwelt des Elbsandsteingebirges.
Mehr als ein Wanderweg
Die Besonderheit des Malerwegs liegt nicht allein in seiner landschaftlichen Vielfalt. Kaum ein anderer Fernwanderweg verbindet Geschichte und Gegenwart, Kunst und Natur, Erlebnis und Entschleunigung so eindrucksvoll miteinander. Zwischen tiefen Schluchten, bizarren Sandsteinfelsen, aussichtsreichen Tafelbergen und historischen Orten erlebst du jene Landschaft, die bereits vor über 200 Jahren Künstler*innen aus ganz Europa faszinierte. Der heutige Weg wurde nach historischen Vorbildern rekonstruiert und 2006 neu eröffnet.
Seinen Namen verdankt er den Künstler*innen der Romantik, darunter Caspar David Friedrich, Ludwig Richter, Carl Gustav Carus oder William Turner die hier Inspiration für ihre berühmten Landschaftsgemälde fanden. Aber auch Komponisten wie Carl Maria von Weber und Richard Wagner und Literat*innen wie Hans Christian Andersen und Mary Shelley holten sich hier Anregungen für Ihre Werke.
116 Kilometer voller Felsenzauber
Der offizielle Start liegt im Liebethaler Grund bei Pirna-Liebethal. Von dort führt die Route zunächst auf der rechten Elbseite bis zur böhmischen Grenze und anschließend auf der linken Elbseite zurück nach Pirna. Das Ziel befindet sich am historischen Marktplatz von Pirna.
Die acht Etappen im Überblick
1. Etappe: Liebethal – Stadt Wehlen (ca. 11 km)
Der Einstieg ist ein echter Klassiker. Durch den wildromantischen Liebethaler Grund geht es vorbei am Richard-Wagner-Denkmal und durch den berühmten Uttewalder Grund. Enge Felsschluchten, moosbedeckte Felsen und natürliche Felsentore vermitteln sofort das typische Malerweg-Gefühl.
2. Etappe: Stadt Wehlen – Hohnstein (ca. 12 km)
Zu den Höhepunkten zählen die weltberühmte Bastei mit ihrer Sandsteinbrücke und die spektakulären Ausblicke in den Rathener Felsenkessel. Die Etappe verbindet ikonische Aussichtspunkte mit beeindruckenden Felsformationen.
3. Etappe: Hohnstein – Altendorf (ca. 14 km)
Die Route führt über den Brand, den „Balkon der Sächsischen Schweiz“, mit einem der schönsten Panoramablicke der Region. Hinzu kommen stille Waldwege, versteckte Grotten und eindrucksvolle Schluchten.
4. Etappe: Altendorf – Neumannmühle (ca. 18 km)
Hier zeigt sich die Nationalparkregion von ihrer wildesten Seite. Schrammsteine, Affensteine und das Kirnitzschtal prägen die Strecke. Besonders die aussichtsreichen Felsgrate machen diese Etappe für viele zum Höhepunkt der gesamten Tour.
5. Etappe: Neumannmühle – Schmilka (ca. 14 km)
Durch das Kirnitzschtal geht es hinauf zum Großen Winterberg, der höchsten Erhebung der Sächsischen Schweiz. Weite Wälder, Fernblicke und die historische Grenzlandschaft zur Tschechischen Republik bestimmen das Bild.
6. Etappe: Schmilka – Kurort Gohrisch (ca. 17 km)
Nach der Elbüberquerung dominieren markante Tafelberge wie Kaiserkrone, Zirkelstein und Papststein. Die Aussichten reichen weit über das Elbtal bis hinein nach Böhmen.
7. Etappe: Kurort Gohrisch – Weißig (ca. 16 km)
Diese Etappe verbindet Natur und Kultur. Du passierst unter anderem den Quirl mit dem Diebskeller und erreichst die mächtige Festung Königstein – eine der größten Bergfestungen Europas.
8. Etappe: Weißig – Pirna (ca. 14 km)
Zum Abschluss führt der Weg über den Rauenstein und durch die hügelige Landschaft oberhalb der Elbe zurück nach Pirna. Noch einmal eröffnen sich großartige Ausblicke auf das Elbtal, bevor die Tour in der historischen Altstadt endet.
Anreise
Mit dem (Nacht-)Zug von Wien über Prag nach Bad Schandau und weiter mit der S-Bahn nach Pirna. Von Salzburg mit dem Zug nach Dresden und weiter mit der S-Bahn nach Pirna.
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zuletzt geändert am 08.07.2026
