Skywalk im Naturpark Hohe Wand
Skywalk im Naturpark Hohe Wand. Foto: Naturparke Niederösterreich / Robert Herbst

Im Paradies der Blicke

Der Wiener Alpenbogen spiegelt Europas größtes Gebirge im Kleinen wider. Hier treffen alpines Klima und schroffe Felswände auf charmante und sanfte Erhebungen der Buckligen Welt.

Die Wiener Alpen erheben sich im Osten mit den sanften Hügeln der Buckligen Welt aus dem Talbecken von Wiener Neustadt, steigen im Süden über die Hochalmen des Wechsel hinauf zur Pass- und Bahnlandschaft des Semmering, erreichen mit der mächtigen und weitläufigen Rax einen ihrer bestimmenden Gipfel, setzen sich über den Schneeberg fort - ein Gebirgsmassiv mit unverkennbarer Kontur - und sinken über das lang gestreckte Plateau der Hohen Wand bogenförmig wieder ins Talbecken von Wiener Neustadt zurück.

Als anregendes Refugium haben die Wiener Alpen eine lange Tradition. Wo einst Dichter und Denker Inspiration fanden, genießen Besucher heute die Freiheit der Natur und grandiose Ausblicke. Vom UNESCO Weltkulturerbe Semmeringbahn bis zu hochkarätigen Festivals gibt es viel zu entdecken. Facettenreiche Wander- und Themenwege regen dazu an, die Natur in all ihrer Schönheit zu erkunden.

20-Schilling-Blick. UNESCO Weltkulturerbe Semmeringbahn.
Der 20-Schilling-Blick. UNESCO Weltkulturerbe Semmeringbahn. Foto: Niederösterreich Werbung, Michael Liebert

Unterwegs im Paradies der Blicke

Der Wanderweg am Wiener Alpenbogen umfasst 19 Etappen und fast 300 Kilometer an Wanderwegen. Dank der guten Beschilderung kann man zu jeder Zeit einsteigen und auch in kleinen Etappen die Schönheit der Wiener Alpen genießen. Entlang des Weges gibt es vor allem eines zu entdecken: erhebende Ausblicke, eindrucksvolle Panoramablicke, und zuweilen tiefgründige Einblicke. Der "20 Schilling Blick". bietet eine besondere Aussicht auf das 184 Meter lange und 46 Meter hohe „Kalte Rinne“–Viadukt der Semmeringeisenbahn, die als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. Das Motiv war auf der Rückseite der vorletzten Ausgabe der 20-Schilling-Banknote zu sehen. Aussichtsreich sind natürlich auch die Gipfel wie Rax, Schneeberg und Hirschenkogel am Semmering sowie die Aussichtsterrasse „Skywalk im Naturpark Hohe Wand. Einen Überblick über alle Wege und die Einkehr- bzw. Nächtigungsmöglichkeiten am Wiener Alpenbogen bietet die kostenlose Wiener Alpen App.

Wie ein Feuersalamander schlingelt sich die Schneebergbahn zum höchsten Bahnhof Österreichs hoch.
Wie ein Feuersalamander schlingelt sich die Schneebergbahn zum höchsten Bahnhof Österreichs hoch. Foto: Wiener Alpen / Franz Zwickl

Besonderheiten in der Natur

Der Schneeberg ist mit 2.076m der höchste Berg in Niederösterreich. Das Bergmassiv ist oft bis in den Frühling mit Schnee bedeckt und Anziehungspunkt für Bergsteiger und Tourengeher. Von April bis Oktober kann man mit der Schneebergbahn zum höchsten Bahnhof Österreichs fahren. Über die Fahrt staunte bereits Kaiser Franz Joseph I. vor über hundert Jahren. Damals zog eine Dampflok die Zahnradbahn auf den mit 1.800 m höchstgelegenen Bahnhof Österreichs. Die historische Bahn ist auch heute noch jeden Sonntag im Juli und August in Betrieb. Den Regelbetrieb hat der grün-gelbe „Salamander“ übernommen, ein moderner Triebwagenzug, der für die 10,5 km lange Strecke bis zum Bergbahnhof Hochschneeberg 40 Minuten benötigt.

Die Rax-Seilbahn führt in weniger als zehn Minuten vom Ortsteil Hirschwang in Reichenau an der Rax zur Bergstation auf 1.546 m. Von dort bieten sich viele interessante Wanderungen an.

Das langgezogene Hochplateau der Hohen Wand ist mit seinen weithin sichtbaren Felswänden ein Hotspot für Kletterer und Klettersteiggeher.

Die Myrafälle bei Muggendorf sind die eindrucksvollsten Wasserfälle der Wiener Alpen. Während der eindrucksvollen Wanderung über Brücken und Stege fasziniert der Myrabach, der sich rauschend und tosend seinen Weg durch enge Felsschluchten in die Tiefe bahnt. Apropos Wasser: Das klare Wasser aus den Bergen speist die 1. Wiener Hochquellwasserleitung. Ihr verdankt die Millionenstadt Wien ihr ausgezeichnetes Trinkwasser.

Die Hermannshöhle bei Kirchberg am Wechsel ist die größte und wohl spannendste Tropfsteinhöhle in Niederösterreich. Sie ist Heimat der meisten Fledermausarten Europas. Wer körperlich fit ist und sich intensiver auf das Abenteuer „Höhlenforschung“ einlassen möchte, bucht die etwa 3-stündige Abenteuerführung. Der Weg führt –ohne elektrische Beleuchtung – auf alten, nicht mehr ausgebauten Wegen durch einverwinkeltes Labyrinth abseits der großen Hauptklüfte. Geprüfte Höhlenführer begleiten die Tour und erzählen dabei spannende Geschichten.

Eine weitere interessante Schauhöhle liegt in Bad Fischau: In der Eisensteinhöhle gibt es großartige Perlsinter- und Kristallbildungen zu entdecken. Wegen ihrer warmen Thermalquelle wird sie auch als Thermalhöhle bezeichnet.

Wer im Naturpark Hohe Wand unterwegs ist, gelangt über markierte Wanderwege in Dreistetten zur Einhornhöhle. Hier geht es durch mehrere Stollen zu einer großen Halle, in der neben Stalagmiten und Stalaktiten auch Knochen und Zähne von Höhlenbären zu bestaunen sind.

Kunst & Kultur

Theater, Konzerte, Lesungen: Auf geistreiche Unterhaltung legten die Sommerfrischler von damals genauso großen Wert wie die Kulturveranstalter von heute. Dementsprechend kunstsinnig und fantasievoll präsentiert sich der Kulturreigen. Die Festspiele Reichenau sind eines der hochkarätigsten Theaterfestivals in ganz Österreich. Musik steht im Mittelpunkt des „isaFestivals“ der Internationalen Sommerakademie Prag-Wien-Budapest. Der Literatursalon Wartholz widmet sich vorwiegend der österreichischen Literatur. Echte Volksmusik gibt es beim Schwaigen-Reigen am Wechsel zu hören. Die Figur der „Frau Franzi“ führt auf amüsante Weise durch das Bergbaumuseum in Grünbach am Schneeberg. Hörgenuss vom Feinsten verspricht „fabelhaft!“, das Festival der erzählenden Künste in Bad Schönau.

Information: www.wieneralpen.at

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zuletzt geändert am 10.12.2018

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