Familie Fauster
Familie Fauster. Foto: Tiberio Sorvillo, www.visualite.it

Drumlerhof, Sand in Taufers, Südtirol

Unauffällig und bodenständig – so wirkt der Drumlerhof im Ortszentrum von Sand in Taufers im Südtiroler Ahrntal beim Ankommen. Im diesem Haus findet man jedoch eine besonders nachhaltige Sicht auf das Leben.

Obwohl – der Begriff Nachhaltigkeit gefällt Hotelbesitzer Stefan Fauster so gar nicht. „Nachhaltigkeit ist ein Modewort geworden. Wir reden lieber von Enkeltauglichkeit. Wir müssen mit der Natur leben, sonst gehen wir drauf – und nicht nur wir sondern vor allem unsere Kinder und Enkelkinder.“

Diese Philosophie hat er gemeinsam mit seiner Frau Ruth auf das Hotel übertragen. „Wir wollen zu 100 Prozent klimaneutral leben. Wir haben den alten Teil des Hauses gedämmt, der Neubau ist aus Holz, die Fenster sind dreifach verglast, die Wärme kommt von einer Biomasseheizung, Strom aus Wasserkraft, im Hof stehen jede Menge Fahrräder zum Ausleihen und so weiter. Wir achten auch sehr darauf, möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Noch sind wir nicht perfekt, aber wir arbeiten daran.“

Slow Food

Fausters Philosophie geht jedoch weit über die Energiebilanz hinaus. Kulinarisch gilt das Prinzip von Slow Food – also alte Sorten und regionale Produkte. Vieles kommet aus der eigenen Landwirtschaft, Brot wird selbst gebacken, bis zu 800 Kilo Marmelade werden pro Saison eingekocht, den Graukäse liefert eine Ahrntaler Alm, das Fleisch ein kleiner Bergbauernhof in der Nähe.

Apropos Fleisch: Das ist für Sefan Fauster ein schwieriges Terrain, weil nicht wirklich nachhaltig. „Wir können das Fleisch nicht von der Speisekarte streichen, aber wenn wir es essen, dann müssen wir erstens drauf achten, dass die Tiere gut gehalten wurden. Und zweitens, dass das ganze Tier verwertet wird, nicht nur die Edel-Teile, was nicht heißt, dass das andere minderwertig ist. Es braucht Phantasie und altes Wissen über die Kunst des Kochens, um daraus ein köstliches Ragout oder eine Sulze zu bereiten.“ Er selbst versucht, mit immer weniger Fleisch auszukommen. Im Hotel gibt es bei jedem Menü immer eine vegetarische Alternative.

Beim Wandern redet sich's leichter

Stefan Fauster gibt seine Philosophie bei seinen Wanderungen an die Gäste weiter. Das kann schon einmal ganz befremdlich sein, wenn man so den Spiegel vorgehalten bekommt. „Mich freut es dann umso mehr, wenn die Gäste nach einigen Tagen zu mir kommen und sagen ‚du Stefan wir haben über vieles nachgedacht was du uns erzählt hast‘ und wenn sich die Männer dann ab Mitte der Woche auch über das vegetarische Menü wagen.“

2013 hat der Drumlerhof als eines der ersten Hotels in Südtirol einen „Gemeinwohlbericht“ verfasst und darin den Ausgleich zwischen ökologischem Denken und Handeln und den ökonomischen Herausforderungen niedergeschrieben. Die jährliche Gemeinwohlbilanz wertet in einem Punktesystem auch das Engagement für Werte wie Menschenwürde, ökologische Nachhaltigkeit, Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit.

Nach all der nachhaltigen – pardon: enkeltauglichen – Philosophie sollte hier allerdings nicht vergessen werden, dass man im 4-Sterne Hotel Drumlerhof am Eingang zum Ahrntal einen wunderbaren Urlaub verbringen kann. Die 37 Zimmer sind geräumig und versprühen den Duft von frischem Zirbenholz. In den beiden oberen Etagen öffnet sich den Gästen eine großzügige Sauna- und Badelandschaft, die Dachterrasse gibt den unmittelbaren Blick frei auf die Burg Taufers und die steilen Berge, zu denen Wanderführer Stefan mit seinen Gästen an mehreren Tagen in der Woche aufbricht.

Zimmer frei?

Folge lebensart-reisen auf instagram>>>

zuletzt geändert am 08.09.2017

teilen twittern Instagram
Wir verwenden Cookies um Ihnen bestmöglichen Service zu bieten. Indem Sie diese Seite nutzen, erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.