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Berlin ist immer nah am Wasser gebaut. Spree, Havel, Landwehrkanal, Wannsee, Müggelsee und Dahme sind nur die bekanntesten Namen von Berliner Gewässern. Foto: Karin Chladek

Green Berlin

Dickes B an der Spree: das B kann nicht nur für Berlin stehen, sondern auch für “Bio”, denn Bio, Fairtrade und Regionaler Konsum sind in dieser Stadt stets präsent.

Wow, Berlin ist grün! Der erste Eindruck, den die sommerliche Metropole mit ihren riesigen Parks, Wäldern und Wasserflächen macht, gilt auch im übertragenen Sinn. Die Vielfalt und Originalität „grüner“ Projekte ist in Berlin deutlich spürbar. Viele kleine und große Naturkostgeschäfte und Bioläden prägen das Stadtbild mit. Vor allem in Prenzlauer Berg, Mitte und natürlich Kreuzberg, wo die Bio-Pioniere seit den 1980er Jahren auf eine dafür aufgeschlossene Gesellschaft trafen.

Es gibt auch andere grüne Traditionen in Berlin, an die man nicht sofort denkt: Schrebergärten und Kleingartenkolonien finden sich seit fast hundert Jahren in der ganzen Stadt. Fast 77.000 „Laubenpieper“ sollen es insgesamt sein. Generationen von BerlinerInnen sind mit ihrem eigenen Fleckchen Grün und ihrem eigenen Obst und Gemüse aufgewachsen.
 

Bio-Wochenmarkt in Berlin
Bio-Wochenmärkte boomen in Berlin. Foto: Karin Chladek

Nicht nur Bioprodukte sind in Berlin stark im Kommen, sondern vor allem Bio-Regionales aus Brandenburg. Im Berliner Umland sind seit Anfang der 199er Jahre viele Ökohöfe entstanden. Sie finden in der Hauptstadt interessierte KundInnen. Eine perfekte Ergänzung. Auf Berliner Wochenmärkten bieten sie ihre Ware an, vor allem aber beliefern sie die vielen Bioläden.

Der bekannte Moderator Dieter Moor und seine österreichische Frau Sonja Moor sind vor Jahren von der Schweiz nach Brandenburg übersiedelt und haben sich dort den Traum von der eigenen Bio-Landwirtschaft erfüllen können. Sie züchten Wasserbüffel und robuste Galloway-Rinder auf ihrer „Ranch“ Den Hof betreibt vor allem Sonja. „Ich bin der bekannteste Hilfsknecht Brandenburgs”, sagt Dieter Moor über sich. Sein Herz an Brandenburg hat er längst verloren.

Mit dem Kajak im Spreewald.
Mit dem Kajak im Spreewald. Foto: Karin Chladek

Grünes Berlin & Brandenburg

Gut essen:
Pink Flamingo Pizza: Grell, gut und bio: Eine außergewöhnliche kleine Pizzeria am Prenzlauer Berg, nur ein paar Minuten vom Mauerpark entfernt. Eberswalder Straße 28, 10437 Berlin. Wer mehr Italienisches in Bio-Qualität ausprobieren will, findet einige Minuten von der Pink Flamingo Pizzeria entfernt in der Oderberger Straße 41 das „Teigwaren“. Der Name ist Programm.

Café Aroma: Noch ein ausgezeichneter Berliner Italiener, diesmal in Schöneberg. Slow Food-Mitglied.

Volckswirtschaft Berlin: Setzt in der Nähe des Boxhagener Platzes auf „kreative bürgerliche Küche“. Sonst eher unkonventionell und sehr gemütlich, passend zu Friedrichshain. Viele vegetarische Gerichte, wenn es Fleisch gibt, dann von Neuland-Höfen, die auf artgerechte Tierhaltung achten.

Bio-Eis: Berlin hat fast so viele Eisdielen pro Kopf wie Wien! Auch in Bio-Qualität und vielen Sorten gibt´s an Spree und Havel viel für Schleckermäuler. Die Eisdielen bieten meist auch Kaffee und Kuchen für die nicht so warmen Tage.

Grüne Liga Berlin: Online-Stadtführer

Die ostdeutsche Umweltbewegung hatte in den letzten Jahren der DDR trotz aller Widrigkeiten, die das Engagement in der Diktatur mit sich brachte, großen Einfluss auf die Gesellschaft Die Grüne Liga – Netzwerk Ökologischer Bewegungen führt dieses starke Erbe fort. Die Grüne Liga Berlin ist heute Vorreiter bei Umweltbildung und -beratung in der Metropole, sorgt für grüne Hofgärten, veranstaltet u.a. das große Berliner Umweltfestival, publiziert die Umweltzeitung „Der Rabe Ralf“ und den tollen Online-Stadtführer „Berlin goes green“ mit Öko-Tipps und Adressen für Berlin-Neulinge und –Kenner.

Na(h)türlich unterwegs in Brandenburg

15 Großschutzgebiete vom Nationalpark über Biosphärenreservate bis zu Naturparks gibt es derzeit in Brandenburg. Herrliche Kultur- und Naturlandschaften mit ausgedehnten Buchen-Kiefern-Wäldern, klaren Seen und Flüssen, See- und Fischadlern. Längst schwärmen Europas Kanuten und Radurlauber schon von den Schönheiten der Mark.

Ökodorf Brodowin: Im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegt die kleine Gemeinde Brodowin, in ganz Berlin bekannt für ihre Bio-Lebensmittel in Demeter-Qualität. Sehr gut zu erreichen per Bahn bis Chorin und von dort aus weiter per Leihrad direkt vom denkmalgeschützen Bahnhof!

Grüner Grafitti-Klassiker: 1986 wurde die Brandmauer des S-Bahnhofs Savignyplatz in Charlottenburg durch eine Künstlergruppe um den US-Amerikaner Ben Wagin mit der Wandbemalung „Weltbaum II“ gestaltet. Die Kunst rund um den Bahnhof mahnt, die Verantwortung für die Umwelt ernst zu nehmen.

Nachhaltige Mode im Wertvoll
Nachhaltige Mode gibt es im Wertvoll am Prenzlauer Berg. Foto: Karin Chladek
Wertvolle Mode: Judith Finsterbusch und Monika Lesinski bieten in ihrem Laden „Wertvoll“ in Prenzlauer Berg Schönes & Gutes: Fair gehandelte Mode aus umweltschonender Produktion von jungen Designern.

Türkisch-deutsches Umweltzentrum: Der Anteil der EinwohnerInnen mit Migrationshintergrund ist in einigen Berliner Stadtteilen wie Kreuzberg, Neukölln oder Wedding besonders hoch. Um insbesondere deutsch-türkische Kinder und Jugendliche für mehr Umweltwengagement zu gewinnen, hat der Agrarwissenschaftler Turgut Altug das türkisch-deutsche Umweltzentrum in Kreuzberg gegründet. Er informiert mit seinen MitarbeiterInnen in Schulen, Cafés, Moscheen und auf Straßenfesten zB über Energiesparmöglichkeiten, Klima- und Wasserschutz.

Autorin: Karin Chladek

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zuletzt geändert am 24.02.2017

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