Floß auf der Drau
Foto: TVB Berg im Drautal

Mit dem Floß auf der oberen Drau

Zuerst wird das Floß wie in alten Zeiten zusammengebaut, dann geht es in drei Tagen von Oberdrauburg nach Spittal. Die Flößertage sind der Höhepunkt im Kalenderjahr der Oberdrautaler Flößer.

Viele Jahrhunderte lang wurde die Drau für den Gütertransport genutzt. Der früheste urkundliche Nachweis stammt aus dem Jahre 1209. Ab dem 17. Jahrhundert war die Drau als „Kärntner Holzstraße“ eine wichtige Verbindungsader für Sägewerke und später für Zellulosefabriken. Von Oberkärnten aus wurden Rund- und Schnitthölzer, Eisenprodukte und andere Waren auf Flößen die Drau abwärts transportiert. Um 1900 kam die Bahn ins Drautal, dennoch hatte der Floßverkehr noch bis in die 1950er-Jahre eine Bedeutung. Mit den LKW’s und dem Ausbau der Kraftwerke kam die Flößerei zum Erliegen.

Die Flößerei auf der oberen Drau zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. Damit das Wissen um die Technik des Floßbauens und -fahrens nicht gänzlich verloren geht, hat sich 1990 der Verein der Oberdrautaler Flößer als Zusammenschluss von Flößergruppen aus den Gemeinden Oberdrauburg, Dellach, Berg, Greifenburg, Sachsenburg und Spittal-Baldramsdorf gegründet.

Oberdrautaler Flößertage

Einmal im Jahr, rund um Maria Himmelfahrt (15. August) finden die Flößertage statt. Am Donnertag werden Flöße nach traditionellem Vorbild gebaut. „Ein alter Flößer hat uns gezeigt, wie das geht“, erzählt Obmann Wilfried Pichler. „Wichtig ist uns vor allem, dass wir uns an die historischen Vorbilder halten und mit den Materialien arbeiten, die bereits vor hunderten Jahren verwendet wurden.“ Ab Freitag geht es in drei Etappen die 60 Kilometer von Oberdrauburg nach Spittal. In den Gemeinen an der Strecke werden Feste organisiert.

„Dabei steht für uns die Traditionspflege im Vordergrund und nicht der Rummel“, betont Pichler. „Wir fördern unsere besondere regionale Identität. Denn mit der Flößerei entwickelten sich auch eine Reihe von kulturellen Besonderheiten wie die ‚Drautaler Flößersprache‘, bestimmte Flurnamen, Speisen und Kleidungsstücke.“

Wenn Platz ist können natürlich auch Gäste mitmachen, sowohl beim „Einbinden“, wie das Bauen der Flöße in der Fachspreche heißt, als auch bei der Fahrt selbst. Auf jedem Floß haben etwa 15 bis 20 Gäste Platz. Bei Interesse am Besten bei den einzelnen Gemeinden nachfragen.

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zuletzt geändert am 28.08.2018

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