Zug fährt auf einer Stahlbrücke über eine Schlucht. Im Bild das Symbol des SDG 8 (rot mit Pfeilsymbol füt Wirtschaftswachstum).
Mit der Karwendelbahn in die Region Seefeld, die als erste in Österreich mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet wurde. Foto: Region Seefeld

SDG 8.9 – Förderung eines nachhaltigen Tourismus

Kürzlich ist das deutschsprachige Nachschlagewerk zum Nachhaltigen Entwicklungsziel (SDG 8, Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) erschienen. Mit dabei ist eine Blick auf den Tourismus (Unterziel 8.9: Förderung eines nachhaltigen Tourismus) von Roswitha M. Reisinger und Christian Brandstätter.

Der Tourismus spielt eine wichtige Rolle für eine nachhaltige Entwicklung – sowohl als positiver Hebel für gesellschaftlichen Wohlstand durch die Wertschöpfung vor Ort und Arbeitsplätze, als auch im negativen Sinn als potenzieller Ausbeuter von Mensch und Natur. Kritik an den negativen Auswirkungen wurde bereits in den 1950er-Jahren laut, 1999 haben die Vereinten Nationen einen globalen Kodex für Ethik im Tourismus herausgegeben, mit dem Ziel, die positiven sozioökonomischen Auswirkungen des Tourismus zu maximieren und gleichzeitig mögliche negative Auswirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Sechs Jahre später, 2005, wurden die wesentlichen Prinzipien für eine nachhaltige Entwicklung veröffentlicht, die nach wie vor Gültigkeit haben.

Reisinger und Brandstätter arbeiten in ihrem Beitrag heraus, was die Proklamation des SDG 8.9 im Jahr 2015 international bewirkt hat. Das Nachhaltigkeitsziel besagt, dass bis 2030 Maßnahmen zur Förderung des nachhaltigen Tourismus ausgearbeitet und umgesetzt werden sollen, eines Tourismus, der Arbeitsplätze schafft und die lokale Kultur und lokale Produkte fördert.

2017: Internationales Jahr des nachhaltigen Tourismus

Als Startschuss wird von vielen das internationale Jahr des nachhaltigen Tourismus 2017 genannt, das sehr viel zur Bewusstseinsbildung beigetragen und die Arbeit an einem relativ international entwickelten und konsistenten Indikatorensystem angestoßen hat. Tourismusdestinationen und -betriebe können mittlerweile auf eine Vielzahl fundierter Erfolgs- und Nachhaltigkeitsparameter zurückgreifen und sie (freiwillig) anwenden.

Österreich hat eine lange Tradition zur Verbesserung ökologischer Bedingungen: das Österreichische Umweltzeichen wurde bereits 1990 eingeführt und kontinuierlich um weitere Produkte und Segmente erweitert. Österreich ist weltweit führend im Biolandbau. Fairtrade und Slow-food-Produkte sind stark verankert und viele Gemeinden Mitglied beim Klimabündnis – sie achten in der Beschaffung auf bio und fair gehandelte Produkte. Die seit vielen Jahren etablierten Genussregionen legen den Fokus auf regionale und handwerklich hergestellte Lebensmittel. Das hat zu einem breiten und vielfältigen Angebot an zertifizierten nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen geführt – und damit zur Förderung der lokalen Kultur und lokaler Produkte.

Österreich hat auch eine lange Tradition als Tourismusland. Es gibt viele Leitbetriebe und Destinationen, die sich nachhaltig positionieren und das auch klar belegen und kommunizieren.

2019: Plan T – Masterplan für Tourismus in Österreich

Der 2019 präsentierte Plan T konzentrierte sich zunächst vor allem auf den wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe und die Kommunikation, später wurden ökologische und soziale Ziele ergänzt. Er gibt den Tourismusbetrieben politische Rückendeckung und hat auch viele unterstützende Initiativen des Bundes ausgelöst. So fiel mit dem Plan T der Startschuss für das Umweltzeichen für Destinationen, 2022 wurden die entsprechenden Richtlinien veröffentlicht.

Mittlerweile sind in Österreich 15 Destinationen zertifiziert (Region Seefeld, Pitztal, Kaunertal, Kitzbüheler Alpen St. Johann, Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern, Kufsteinerland und die Wildschönau in Tirol, Wagrain-Kleinarl, Saalfelden-Leogang und Zell am See-Kaprun in Salzburg, das Montafon in Vorarlberg, die Region Nassfeld-Presseggersee-Weissensee-Lesachtal in Kärnten, das Ausseerland in der Steiermark sowie alle drei Tourismusverbände im Burgenland). Weitere Destinationen befinden sich im Zertifizierungsprozess. Im Artikel werden die zentralen Herausforderungen beschrieben. Anhand einiger Beispiele wird angeführt, wie diese gelöst werden konnten.

Trotzdem: Arbeitskräftemangel, die Teuerung von Energie und Lebensmitteln, die Digitalisierung und der Einsatz Künstlicher Intelligenz erfordern Innovationskraft und Investitionen. Der Wandel vom Massentourismus zu einem nachhaltigen Tourismus stellt für viele Betriebe und Destinationen eine große Herausforderung dar. Und erfordert weiterhin hohes Engagement.

Weitere Details zum Thema nachhaltiger Tourismus - SDG 8.9 findest du im Magazin BUSINESSART.
Hier geht es zum Artikel "Tourismus in Bewegung">>>

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zuletzt geändert am 26.02.2026

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