Heurigen Gastgarten mit vielen Besuchern. Weinreben rankn sich am Haus hoch.
Foto: Wien Tourismus / Peter Rigaud.

Wiener Heurigenkultur ist UNESCO Kulturerbe

Die Wiener Heurigenkultur gehört seit Oktober 2019 zum immateriellen Kulturerbe Österreichs. Mit dieser Auszeichnung schützt die UNESCO vielfältige gelebte Traditionen.

Gemma heut‘ zum Heurigen! Den Tag bei einer Jause, einem Glaserl Wein, vielleicht bei Musik in ungezwungener Atmosphäre am schlichten Heurigentisch unterm alten Kastanienbaum ausklingen lassen – das lockt viele Wiener und Gäste in einen der Heurigenorte wie Grinzing, Nussdorf, Neustift, Heiligenstadt, Sievering, Stammerstorf oder Strebersdorf um nur einige zu nennen. Obwohl sie allesamt innerhalb der Stadt Wien liegen ist ein Besuch der idyllischen, in die Wiener Weinlandschaft eingebetteten Kellergassen wie eine Reise auf’s Land. Jeder dieser Orte ist auf seine Weise einzigartig.

2 Leute schlendern durch eine Kellergasse.
Kellergasse in Stammersdorf. Foto: Wien Tourismus / Paul Bauer

Die Grundlage für die heute ausgezeichnete Heurigenkultur geht auf eine Verordnung des Kaisers Josef II. aus dem Jahr 1784 zurück. Er erlaubte den Winzern, Wein aus der eigener Erzeugung auszuschenken. Einen echten Wiener Heurigen erkennt man an der „Ausg’steckt“-Tafel und am Föhrenbuschen, der anzeigt, ob das Lokal geöffnet ist. Beide Symbole garantieren, dass hier nur Eigenbauweine aus Wiener Weinrieden ausgeschenkt werden.

Die typische Heurigenmusik geht auf die Brüder Johann und Josef Schrammel zurück, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit dem Gitarristen Anton Strohmayer und dem Klarinettisten Georg Dänzer das Schrammelquartett bildeten. Noch heute werden einige ihrer Kompositionen in den Heurigenlokalen gespielt, viele Musiker modernisieren diesen Musikstil. Als Gastgeber und Heimstätte für das Wienerlied ist der Wiener Heurige ein wertvolles Kulturgut.

Heurigentisch mit Gästen, 2 Musiker stehen mein Tisch und spielen, dahinter das Panorama der Stadt Wien.
Beim Wieninger am Nussberg mit Heurigenmusik und einem phantastischen Blick auf die Stadt. Foto: Wien Tourismus / Peter Rigaud

„Es freut mich, dass unsere gelebten Traditionen wie unser Winzerhandwerk, das stets an die nächste Generation weitergegeben wird, nun auch von der UNESCO-Kommission gewürdigt wurde“, freut sich Michael Edlmoser als Winzer und Obmann des Vereins „Der Wiener Heurige“.

Von Bio bis Klimaschutz

Insgesamt gibt es in Wien rund 100 überwiegend familiär geführte Heurigenlokale. Eine Handvoll Winzer arbeiten nach den Kriterien der biologischen Landwirtschaft, einige Heurige sind für ihr ökologisches Engagement mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Für den Präsidenten der Wiener Landwirtschaftskammer Franz ist ein Heurigenbesuch per se schon aktiver Klimaschutz. „Der Heurige ist der Vorfahre der regionalen Vermarktung. Seit dem Mittelalter werden Weine und selbst produzierte Produkte direkt vor Ort angeboten.“

Kellner mit Gästen im Gastgarten.
Zu Besuch beim Bioheurigen Obermann in Grinzing. Foto: Uwe Strasser

Apropos Klimaschutz: Weil alle Lokale in der Stadt liegen, sind sie mit den Wiener Linien und ein paar Gehminuten wunderbar öffentlich erreichbar. Das Auto können Sie ruhig zu Hause stehen lassen. Dann brauchen Sie sich auch keine Sorgen darüber machen, ob Sie vielleicht das eine oder andere Glaserl Wein zu viel getrunken haben.

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zuletzt geändert am 15.10.2019

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