Fahne der naturfreunde und vier Personen auf einem Felsen davor.
Foto: Sven Posch

Nachhaltiger Genuss am Berg

Zuerst der anstrengende Aufstieg. Endlich ist die Hütte in Sicht. Der pawlowsche Reflex signalisiert dem Gehirn: Brettljause mit Brot, viel Speck und Käse und dazu ein kühles Bier. Die Naturfreunde zeigen, dass das nicht zwingend so sein muss.

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich die ersten Zeilen dieses Artikels ganz treffend beschreiben. Aber ich bin auch offen für neue Geschmackserlebnisse. Und nicht selten komme ich dabei drauf, dass die fleischlose Variante besser schmeckt. Ein Beispiel: Die „Fleischlaberl“ zuhause mache ich nur mehr mit erbsenbasiertem Faschiertem.

Was macht übermäßige Fleischkonsum mit uns und unserem Planeten?

Er ist für beide nicht gut! Unsere Ernährung ist für mehr als ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, der Großteil kommt von der Herstellung tierischer Produkte. In den letzten 20 Jahren hat sich der weltweite Fleischkonsum mehr als verdoppelt, rund 70 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche der Erde werden für die Futtermittelproduktion beansprucht. Hier in Österreich essen wir im Schnitt fast 60 Kilo im Jahr, das ist die dreifache Menge von dem, was Ernährungsfachleute empfehlen.

Modernes Haus mit steilem Dach und PV Anlage.
Naturfreundehaus Knofeleben. Foto: Naturfreunde Österreich
Gelbe suppe mit grünen Kräutern drauf.
Pastinaken Apfel Suppe. Foto: Carina Fritz / Naturfreunde Österreich

Wer öfter vegetarische oder vegane Gerichte genießt, tut sich daher selbst etwas Gutes und leistet einen wertvollen Beitrag für den Schutz des Klimas sowie unserer ökologischen Ressourcen. Darüber hinaus hilft man damit, die oft mit großem Leid verbundene Massentierhaltung zu reduzieren.

Gemüse- statt Blunzengröstl

Nach dem Motto „Klima retten mit Genuss“ bieten ausgewählte Naturfreunde-Hütten seit einigen Jahren attraktive fleischlose Gerichte mit regionalen Zutaten. Diese werden auch immer mehr nachgefragt: Rund 10 Prozent der Österreicher*innen ernähren sich bereits fleischlos, ein Viertel reduziert den Fleischkonsum bewusst. Das bestätigt auch Hüttenwirtin Manuela Grabherr-Gappmayer vom Weichtalhaus in Niederösterreich. „Immer mehr Gäste fragen von sich aus nach vegetarischen oder veganen Gerichten. Unser Gemüsegröstl wird mittlerweile dreimal häufiger bestellt als das Blunzengröstl. Auch das Linsen-Dal ist äußerst beliebt und steht ganzjährig auf der Speisekarte.“

Hütte, halb Holz, halb Mauer, dahinter schroffe Felswand.
Weichtalhaus. Foto: Naturfreunde Österreich
Linsengericht, garniert mit Reis, Pfefferoni und Petersilie in einem Teller auf einem Brettl serviert.
Linsen Dal. Foto: Carina Fritz / Naturfreunde Österreich

Klimaschmankerl

Die Klimaschmankerl beweisen, dass vegetarische und vegane Ernährung nichts mit Verzicht zu tun haben muss. Sie sind nämlich nicht nur klimafreundlich und gesund, sondern schmecken auch köstlich. Und das Beste: Die Rezepte der 14 Hüttenwirtinnen und -wirte aus ganz Österreich sind in einer Broschüre zusammengefasst, die du kostenlos bestellen oder gleich downloaden - und wenn‘s dir auch geschmeckt hat - zuhause nachkochen kannst.

Naturfreunde Hüttenchallenge 2026

Rezeptheftl runterladen kann jede*r! Du kannst dir die vegetarischen und veganen Schmankerln auch erwandern. Das Naturfreundehaus Knofeleben und das Weichtalhaus in der Region Rax -Schneeberg, die Gföhlberghütte im Wienerwald und das Oskar Schauer Haus auf der Terenbachalm in der Steiermark laden zur Hüttenchallenge. Dort gibt es Postkarten mit Rezepten und einem QR-Code, der zu einem Gewinnspiel führt.

Unscheinbare kleine Hütte, davor eine Terasse und die Natorfreunde-Fahne.
Oskar Schauer Haus. Foto: Naturfreunde Österreich
Burger auf einem Jausenbrettl.
Steirerburger. Foto: Carina Fritz / Naturfreunde Österreich

Marco Auer, Pächter des Naturfreundehauses Knofeleben am Fuße des Schneebergs, verwöhnt seine Gäste schon lange auch mit vegetarischen und veganen Gerichten: „Die Naturfreundehütten sind Orte der Begegnung, der Bewegung und des Naturerlebens – und natürlich kommt bei uns auch der kulinarische Genuss nicht zu kurz. Umso mehr freuen wir uns, dass wir heuer bei der Hüttenchallenge mit dabei sind!“

Für eine gute Zukunft. Für alle!

Bei der Naturfreunde-Hüttenchallenge 2026 geht es aber um mehr als um fleischlose Alternativen beim Essen. Im Mittelpunkt stehen die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) und eine gute Zukunft - für alle. Dazu wurde in Kooperation mit dem Österreichischen Umweltzeichen und den Österreichischen Bundesforsten ein SDG-Quiz entwickelt, das dazu einlädt, das Wissen rund um den Schutz der Natur, die Rolle der biologischen Vielfalt, den Ökologischen Fußabdruck und ein nachhaltiges Leben zu testen und dabei neue Impulse für den eigenen Alltag mitzunehmen. Die meisten Menschen halten den Schutz unserer Umwelt grundsätzlich für wichtig“, weiß ist Andrea Lichtenecker, Geschäftsführerin der Naturfreunde Internationale. „Viele denken dabei aber leider oft an Verzicht. Dabei kann nachhaltiges Handeln mit vielen positiven Erfahrungen einhergehen.“

Naturfreundehaus aus Holz, Terasse mit grün-weißen Sonnenschirmen, vor der Hütte eine rote Naturfreunde-Fahne.
Gföhlberghütte. Foto: Naturfreunde Österreich
Powidlpofesen. Foto: Carina Fritz / Naturfreunde Österreich

Eine davon ist übrigens auch die öffentliche Anreise. Viele Wandertouren sind mit Bus und Bahn gut und stressfrei erreichbar. Auch dazu gibt es eine Broschüre>>>

TIPP: Mit der Mobilitäts-App wegfinder findest du alle Angebote für deine An- und Rückreise und kannst diese auch gleich buchen. Neben Zügen und Bussen zeigt dir die App auch das vorhandene Leih-Angebot an Autos, Fahrrädern und E-Scootern sowie regionale Taxiunternehmen für die Fahrt vom Bahnhof / von der Bushaltestelle zum gebuchten Quartier.

Autor: Christian Brandstätter

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zuletzt geändert am 04.08.2026

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