Der Marktplatz in Bremen stimmungsvoll beleuchtet in der Dämmerung.
Foto: wfb Bremen / Michael Abid

Bremen

Die grün-goldene Hansestadt

Rund hundert Kilometer nordwestlich der Lüneburger Heide können Reisende das urbane und doch entspannte Flair der Hansestadt Bremen erleben. Ja, das ist die Heimat der Bremer Stadtmusikanten. Statue und Geschichte der vier tierischen Helden sind aber nur eines von vielen Glanzstücken in der zauberhaften Stadt an der Weser. Rund um den Bremer Marktplatz steht ein bemerkenswertes Bauwerk neben dem anderen. Etwa das 1405 erbaute Rathaus, das als einziges weltweit zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Seine Renaissance-Fassade erzählt mit seinen steinernen Figuren, Symbolen und Verzierungen Geschichten, direkt daneben ragt die steinerne Figur des Roland zehn Meter in die Höhe.

Das Bremer Wahrzeichen mit Schwert und goldenem Schild ist seit 1404 Symbolfigur für die Freiheiten und Rechte der Hansestadt – das und viele andere, auch gruselige Geschichten erzählt Nachtwächter Ulrich Dammer bei einem Rundgang durch die Straßen der Innenstadt mit ihren im Mondlicht golden glänzenden Fassaden. Die kann man im Schnoorviertel mit ausgestreckten Armen zu beiden Seiten berühren, weil die Gassen in diesem Altstadtviertel so schmal sind. „Schnoor“ heißt Schnur – die bunten Häuser reihen sich auf wie Perlen an einer solchen.

Wir lauschen, wie Bremens heimliche Hauptstraße, die Böttcherstraße, entstanden ist: Ludwig Roselius, ein reicher Kaffeekaufmann und Erfinder des Kaffee HAG, kaufte ein Haus nach dem anderen und ließ es vom expressionistischen Bildhauer Bernhard Hoetger gestalten – so entstand ein einzigartiges Ensemble aus Backsteinarchitektur, in dem sich hübsche Geschäfte, Kunst und Kultur finden. Das Paula Modersohn-Becker Museum, zum Beispiel, ist das weltweit erste Haus, das einer Malerin gewidmet wurde.

Expressionistische Backsteingebäude in der Bremer Böttcherstrasse.
In der Böttcherstraße, Foto: Beate Steiner

Ausflug ins Künstlerdorf Worpswede

20 Kilometer nördlich von Bremen findet sich ein ehemaliges Bauerndorf, das sich ebenso der Kunst verschrieben hat. 1900 ließ sich eine Künstlergruppe in Worpswede nieder, angezogen von der Moorlandschaft und den besonderen Lichtverhältnissen der Gegend. Darunter waren Paula Modersohn-Becker, ihr Mann Otto und Bernhard Hoetger, der bemerkenswert schräge, aber sehenswerte Bauten hinterließ – etwa das „Kaffee Verrückt“, ein Gebäude ohne rechte Winkel.

Die sogenannte
Die sogenannte "Käseglocke" - eines der "schrägen" Bauwerke im Künstlerdorf Worpswede. Foto: Beate Steiner

Gärten, Bier und Knipps

Abseits von Architektur und Geschichte ist Bremen aber auch eine der grünsten Städte Deutschlands: Rund um die Innenstadt verlaufen die Wallanlagen, eine idyllische Oase entlang des Stadtgrabens, mit großen Bäumen, Rhododendren, Hortensien, bunten Rosen, gestaltet wie ein englischer Garten. Zahlreiche Hotels und Tourismusbetriebe in der Hansestadt haben sich der Nachhaltigkeit verschrieben.

Bremen ist auch eine Bier-Stadt. Das bekannte Beck’s wird direkt an der Weser gebraut. Die Speisen der Restaurants sind uns weniger vertraut: Gebratener Knipp aus gehacktem Schweinskopffleisch und Rinderleber, dazu Bratkartoffeln und Gurkerl. Zum Bremer Labskaus aus faschiertem Pökelfleisch, Erdäpfeln und roten Rüben essen die Kenner*innen Rollmops, Gurkerl und Spiegelei. Auch auf den Speisekarten: Fischspezialitäten. 

Autorin: Beate Steiner

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zuletzt geändert am 07.02.2024

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