Rotschenkel im seichten Uferwasser des Neusiedler Sees
Foto: Nationalpark Neusiedler See Seewinkel

Nationalpark in der Steppe

Wo die letzten Ausläufer der Ostalpen auf die ungarische Tiefebene treffen, liegt einer der „Hot Spots“ der Biodiversität, der Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel. Neben der Natur bietet die Rrgion viel Kultur und ein breites Angebot zum Sporteln und Erholen.

Nur rund einen Meter ist der Neustiedlersee im Durchschnitt tief. Und dann gibt es je nach Regenintensität noch eine Schwamkungsbreite von 40 cm. Hochwässer und die Möglichkeit, dass der See völlig austrocknet, wie zuletzt im 19. Jahrhundert, liegen hier sehr nahe zusammen. Umgeben ist der See von einem Schilfgürtel, der mit rund 180 Quadratkilometer nach dem Donadelte der zweitgrößte zusammenhängende Schilfbestand Europas darstellt. Der Südostteil des Steppensees ist geprägt von rund 45 Salzlacken, die periodisch austrocknen. Sie verdanken ihre Entstehung zum Teil der Abtrennung vom See, zum Teil der Existenz von seichten Wannen aus der letzten Eiszeit. Auch die artenreichen Feuchtwiesen und die typischen Hutweiden der Tiefebene sind im grenzüberschreitenden Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel / Fertö - Hanság geschützt.

Die hohe Biodiversität hat mit der Verbreitungsgrenze vieler Tier- und Pflanzenarten zu tun, die aus West und Ost am Neusiedler See aufeinander treffen. Dazu rasten hier von Februar bis Juni  viele Vogelarten auf ihrem Weg in die Brutgebiete des Nordens. Von August bis Oktober ziehen sie wieder durch, auf ihrem Weg ins Winterquartier.  Mehr als 300 Vogelarten sind am Neusiedler See nachgewiesen. Ein Mosaik aus Salz-, Sand- und Schwarzerdeböden beschert der Region eine ähnliche Vielfalt in der Pflanzenwelt, von Meeresküstenarten an den Lackenrändern bis zur Farbenpracht der Trockenrasen.

Graurinder und Wasserbüffel
Graurinder und Wasserbüffel. Foto: Nationalpark Neusiedler See Seewinkel

Der Nationalpark gliedert sich in mehrere Zonen. In der Naturzone findet keinerlei Nutzung statt, da dürfen auch die Besucher*innen nicht hinein. In der Bewahrungszone gibt es ein dafür Aussichtstürme, markierte Wege und Informationstafeln, die ein eindrucksvolles Naturerlebnis ermöglichen. Hier wird sehr viel für den Naturschutz getan. Mit gezielter Beweidung, Heumahd oder durch den Schnitt des Schilfes wird der Steppencharakter der Landschaft erhalten. Die zentrale Informationsstelle im österreichischen Teil des Nationalparks ist das Besucherzentrum am nördlichen Ortsrand von Illmitz. Hier ist auch der Ausgangspunkt für das umfangreiche Programm.

Mit dem Boot auf dem Neusiedler See
Mit dem Boot auf dem Neusiedler See. Foto: Nationalpark Neusiedler See Seewinkel

Freizeit und Erholung

Die Region um den Neusiedler See punktet als vielseitiges Urlaubsziel. Sonnenanbeter*nnen können mit einem Übermaß an Sonnentagen im Jahr rechnen und Radfahrer*innen finden ein gut ausgebautes Radwegenetz mit 40 Radwegen auf rund 1.000 Kilometern. Ein Erlebnis besonders im Frühsommer sind der Lackenradweg, der am vorübergehenden Zuhause eleganter Wildvögel vorbei führt, oder der  Festival-Radweg bzw. der Kirschblüten-Radweg am Leithagebirge. Alle sind mit Rad und Schiff in entspannter Kombination rund um den See möglich.

Mitter sitzt am Steg, dahinter 2 Kinder, eines auf einem Fahrrad, im Wasser sind Boote.
Die Region Neusiedler See ist nicht nur Nationalpark, sondern auch perfekt geeignet für viele Freizeitaktivitäten. Foto: Steve Haider

Dass der Wind in der Region ganz schön pfeift verraten schon alleine die Zahlreichen Windräder am Horizont. Was für die Radfehrer*innen (ausgenommen die mit einem E-Bike) zur anstrengenden Tortur werden kann sind wiederum ideale Bedingungen für Segler*innen, Wind- und Kitesurfer*innen. Am Wasser bieten sich auch Stand Up Paddeln, Seekajak- und Kanufahrten an, um den Körper in Schwung zu halten.

KULINarik

Da denkt man im Burgenland zuerst einmal an den Wein. Viel Sonne, hervorragende Böden und das Know How der Winzer*innen bringen edle Tropfen auf den Tisch, viele davon auhc schon in Bio-Qualität. Die Süßweine - Trockenbeerenauslese oder Eiswein - sind ein besonderes Markenzeichen der Region. Die „Pannonische Küche“ steht den Weinen aber um nichts nach. Sie bietet einen delikaten Mix aus mediterraner und gutbürgerlicher Kost. Gerichte wie geschmortes Mangalitzaschwein in der „Hölle“ bei Illmitz, gedämpftes Seewinkler Gemüse aus Wallern oder gegrillter Neusiedler See-Fisch lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen. In den zahlreichen Heurigenbetrieben kann man bodenständige, regionale Produkte und eine große Auswahl an frischen oder vollmundigen Weinen genießen.

Pannonischer Herbst

Wenn im Jahreszyklus die Zeit der letzten warmen Sonnenstrahlen anbricht, werden die Weinbauern und –bäuerinnen rund um den Neusiedlersee so richtig aktiv. Es ist die Zeit der Ernte und der Spannung, wie sich der neue Jahrgang entwickelt hat. Bei so manchen Winzer*innen können Gäste auch bei der Ernte helfen. Den ganzen Herbst gibt es zudem zahlreiche kulinarische Events.

Winzer schenkt Gästen im Weinkeller Wein ein.
Beim Martiniloiben rund um den 11. November lade die Winter*innen zur Weinverkostung in Ihre Keller. Foto: Steve Haider

Höhepunkt ist das Martiniloben. Früher gingen die Weinbauern am 11. November, dem Festtag des Heiligen Martin, von Keller zu Keller, um die jungen Weine der eingebrachten Ernte zu verkosten, sie zu beurteilen und zu benennen. War der junge Wein reif, wurde er getauft und offiziell zum Wein erklärt. Heute laden viele Winzer*innen zum „Tag der offenen Kellertür“.

Anreise  ohne Auto

Mit dem Zug von Wien bie Neusiedl am See und von dort weiter mit Regionalbussen, z.B mit dem Regionalbus 290 nach Illmitz. In der Region erwartet Sie ein gutesRadwegenetz und auch ein Angebot an Schiffsverbindungen. Mit der Neusiedler See Card genießt man zahlreiche Gratisleistungen und  Vergünstigungen in Erlebniswelten, Museen, Konzerten, Bädern sowie Bus und Bahn des Regionalverkehrs.

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zuletzt geändert am 19.08.2019

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