Getreidegasse in Salzburg.
Foto: Tourismus Salzburg

Handwerk in der Salzburger Altstadt

Schuhmacher, Schlosser, Schirmerzeuger, Weber - mehrere traditionsreiche Manufakturen gehen in der Salzburger Altstadt ihrem Handwerk nach und erzeugen nachhaltige Produkte.

Knopferlmayer

Seit 1758 betreibt Familie Mayer am Rathausplatz ein einzigartiges Geschäft mit Handarbeitsutensilien und Posamentriewaren: Tausende Knöpfe, Spitzenbordüren, Borten, Schnüre, Utensilien rund ums Nähen, Sticken und Stricken sind hier zu finden. „Wir pressen auch selbst Knöpfe“, verrät Veronika Stockinger-Mayer, Inhaberin in achter Generation. Der Trend zum Nähen und Selbstgestalten habe einen neuen Boom ausgelöst, meint Stockinger über ihr krisenresistentes Unternehmen, das seit Jahrzehnten unentbehrlich für Theaterwerkstätten und Schneiderinnen ist. Und das seit über 250 Jahren einer Philosophie folgt: „Der Knopferlmayer steht für eine nachhaltige Nutzung von Kleidung und gegen Wegwerf-Mentalität. Dank unserer Produktpalette und ausgiebiger Beratung können Kleidungsstücke länger genutzt werden.“
knopferlmayer.weebly.com/

Schlosserei Wieber

Im Innenhof in der Getreidegasse 28 hängen Kunstwerke, Zunftschilder, Lampen aus Metall: Seit über 600 Jahren wird hier geschmiedet und gehämmert. Zunächst war hier eine Hufschmiede, seit 1779 ist Familie Wieber Eigentümer der Traditionsschlosserei. Christian Wieber führt den Betrieb seit der Jahrtausendwende. Mit seinen fünf Mitarbeitern übernimmt er sensible Restaurierungsarbeiten und Neuanfertigungen, die sich perfekt ins Salzburger Stadtbild integrieren. Portale, Gitter, Geländer, Schlösser werden hier angefertigt. Repariert wird alles — vom Lampenschirm bis zum Grabschmuck.
www.facebook.com/schlosserei-wieber

Schirmhandel & -manufaktur Kirchtag

Wer seinen Schirm auf die Krawatte abstimmen will, ist bei der Firma Kirchtag in der Getreidegasse richtig. Aber auch, wer einen echten Stockschirm sucht, der belastbar und nahezu unverwüstbar ist. Die Schirme werden aus einem Stock aus unterschiedlichen Holzarten gefertigt. Ein Ende wird über Dampf zum Griff gebogen und geschliffen. Die mechanischen Teile werden aus Messing gestanzt, „die Federn formen wir von Hand aus Klaviersaitendraht“, erklärt Andreas Kirchtag, Eigentümer des 1903 gegründeten Unternehmens. Als Tuch werden Baumwolle und Schirmseide in vielen Designs verarbeitet und sorgfältig mit dem Gestell vernäht. „Damit geben wir unseren Kunden Schirme in die Hand, die schon beim ersten Griff klarstellen, dass beste Werkstoffe und Fertigung von Hand unschlagbar sind“, so Kirchtag.
www.kirchtag.com

Teppichweberei Weiß

Gewebt wird in einer Werkstatt in der Getreidegasse schon seit 1843. An sechs verschieden breiten Webstühlen entstehen Teppiche, aus Naturschafwolle, Baumwolle oder Leinen, und auch traditionelle Fleckerlteppiche. Zusätzlich werden Leinenhandtücher, Schürzen, Sitzkissen und originelle Fleckerlteppichpatschen gefertigt. Die Weberei von Rupert Weiß kann auch besichtigt werden.
www.handweberei.at

Gürtelmacher Schliesselberger

Seit 600 Jahren wird in der Salzburger Innenstadt in der Lederergasse und der Dreifaltigkeitsgasse Leder verarbeitet. 1820 übernahm Stephan Schliesselberger eine der Gerbereien. Heute betreibt Wolfgang Schliesselberger den letzten Leder verarbeitenden Betrieb in diesem historischen Stadtviertel. Vor rund 30 Jahren hat sich die Firma auf die Herstellung von Gürteln spezialisiert. Die Kunden können aus rund 400 Lederarten wählen, gearbeitet wird noch mit der 200 Jahre alten Schlagschere.
www.guertelmacher.at

Taschnerin Christina Roth

Christina Roth hat sich gegen eine Managerkarriere in der Wirtschaft und für ein altes Handwerk entschieden. Nach zwei Studienabschlüssen begann die gebürtige Steirerin als einziger Taschnerlehrling Österreichs eine Sattlerlehre. „Auf meinem Weg durfte ich viele Taschner und herausragende Handwerker kennenlernen, doch der Nachwuchs ist rar. Ich möchte daher versuchen dazu beizutragen, dieses wunderschöne Handwerk weiterleben zu lassen“, erklärt Christina Roth. Sie fertigt Lederwaren in Handarbeit in der Getreidegasse. „Als Autodidakt eignete ich mir ursprüngliche Techniken an, die mir erlauben, nahezu ohne Hilfe von Maschinen langlebige Lederwaren herzustellen.” Die Handwerkerin kümmert sich auch um ramponierte Erbstücke und repariert Nähte, Risse oder fransige Kanten.
www.christinaroth.at

Autorin: Beate Steiner

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zuletzt geändert am 17.08.2020

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