Kräutergenuss am Biobauernhof
Brennnesseln, Löwenzahn, Gänseblümchen, Minze und viele andere kleine Naturschätze sprießen auf Wiesen, in Gärten und Kräuterbeeten. Die Bio-Kräuterhöfe laden zu einer kulinarischen Erkundungstour.
Seit jeher werden Kräuter in den Küchen verwendet: frisch gepflückt als Lebensmittel, in getrockneter Form als Gewürz. Ihre ätherischen Öle runden Speisen ab, verfeinern den Geschmack und sorgen zudem für bessere Verdaulichkeit. In der sanften Naturmedizin werden Kräuter zu Tees, Tinkturen oder Salben verarbeitet oder durch Aktivieren der ätherischen Öle in der Aromatherapie eingesetzt.
Frisch gepflückt, direkt aufs Brot
Ein Kräuter-Topfen-Aufstrich ist die einfachste Variante. Einfach ein Packerl Topfen mit fein gehackten Kräutern (Schnittlauch, Petersilie, Kresse,…), Radieschen, Zwiebeln, etwas Pfeffer und Salz vermischen. Mehr braucht es nicht für einen köstlichen Aufstrich. Ob zum Frühstück, aufs knusprige Bauernbrot zur Jause oder als Dip zu frischem Gemüse - herrlich vielseitig und wunderbar natürlich.
Lernen von den Profis
Wenn du etwas experimentierfreudiger sein möchtest, solltest du den Wissensschatz von Kräuterexpert*innen anzapfen. Denn es reicht nicht, ein bisschen Grünzeug aus der Wiese zu zupfen und aufzukochen. Fundiertes Wissen und bestenfalls auch eine besondere Liebe zur Natur sollten die Basis für die Kräutersuche sein. Denn manchmal liegt die Besonderheit in den Blüten, dann wieder in den Blättern oder in den Wurzelteilen. Es kommt auch darauf an, wann und wie die Kräuter geerntet werden. Biobauern und vor allen Biobäuerinnen haben hier sehr viel Wissen angesammelt und geben dieses gerne an ihre Gäste weiter.
Zu Gast im Salzburger Land
Anita Widauer vom Herzoghof in Leogang ist eine dieser „Kräuterhexen“ oder besser gesagt „zertifizierte Kräuterexpertin“, die ihr Wissen gerne an ihre Gäste weitergibt. Bei Kräuterwanderungen und diverse Workshops zum Thema Gesundheit und Kosmetik (Basis-Kräuterworkshop, Salben-Workshop, Workshop für „Babys und Kleinkinder“, Naturapotheke, Naturkosmetik, Badekosmetik, Seifen sieden). Das, was du im Urlaub herstellst, kannst du dann mit nach Hause nehmen. Anita hat uns ein Rezept für eine Heil-Tinktur verraten, die ihr und ihrer Familie schon seit Jahren über die Erkältungszeit hinweghilft:
„Bauern-Antibiotikum“
Dazu brauchst du Alkohol ca. 42%, du kannst aber auch Apfel- oder Weinessig verwenden, Blüten und Blätter einer frischen Kapuzinerkresse und frischen Kren. Dann füllst du ein Schraubglas (300 ml) zu ¾ mit der Kapuzinerkresse und ein zweites (100 ml) zu ¾ mit dem Kren und bedeckst alles mit dem Alkohol oder Essig. Beide Gläser verschrauben, mindestens drei Wochen im Halbschatten ziehen lassen und abseihen. Dann drei Teile Kapuzinerkressetinktur mit einem Teil Krentinktur mischen und in dunkle Flaschen füllen. Vorbeugend oder bei einer beginnenden Erkältung täglich zehn Tropfen einnehmen.
Zu Gast in Osttirol
Am Gerlhof in Nußdorf in Osttirol findest du nicht nur viel Ruhe mitten in der Natur, sondern auch so manche kulinarische Besonderheit. Margit Steiner hat eine Leidenschaft für Brennnessel und bringt die frischen Wildkräuter in Form von Weckerl auf den Frühstückstisch oder in den Picknickkorb. Und auch sie hat uns ihr Rezept verraten:
Brennessel-Weckerl
Eine Zwiebel schälen, kleinwürfelig schneiden und in Butter glasig dünsten. 200g frische, saubere Brennnesselspitzen mit einem Nudelholz bearbeiten und in Streifen schneiden und dann 2-3 Minuten mitdünsten. Abkühlen lassen.
Dann einen Germteig zubereiten (700g Dinkelfeinmehl, 300g Dinkelvollmehl, 4g Germ, 20g Honig, 30g Salz, 10g Brotgewürz, 700ml lauwarmes Wasser) und zugedeckt an einem warmen Ort bis zum doppelten Volumen aufgehen lassen. Nun die Zwiebel – Brennnesselmischung gleichmäßig unter den Teig kneten und nochmals aufgehen lassen.
Danach den Teig in 16 Stücke teilen uns zu kleinen Brötchen formen, in Roggenmehl wenden, nochmals kurz aufgehen lassen. Zum Schluss bei 200 Grad Heißluft 20 bis 25 Minuten backen. Anstelle von Brennnesseln kannst du auch frischen Bärlauch oder andere Kräuter verwenden.
Zu Gast in Oberösterreich
In Ottnang im Hausruckviertel findest du ein kleines Kräuter-Paradies. Rund um den Mathiasnhof wachsen Wild- Heil und Gewürzkräuter, Urgetreide und so manches heimische Superfood. Der Biohof ist mit dem Green Care-Zertifizikat ausgezeichnet, für Magdalena und Thomas Steinbauer ein Ansporn, ihr Engagement für Gesundheit und Wohlbefinden weiter zu stärken, mit Kräuterwanderungen, entspannenden Workshops bis hin zu individuellen Auszeitprogrammen im Rahmen von Urlaub am Biobauernhof. Die beiden haben uns ebenfalls einen Blick in ihre Kräuter- und Urgetreideküche gewährt und eine köstliche Nachspeise kredenzt:
Gänseblümchenguglhupf
Zuerst einmal den Backofen auf 160°C vorheizen und eine Guglhupfform gut einfetten und mit Brösel ausstreuen. Danach alle Zutaten (200 g weiche Butter, 200 g Zucker, 6 Eier, 1 Prise Salz, die Schale von einer Zitrone, 2 Teelöffel Zimt, 200 g Haselnüsse, 125 g Emmervollkornmehl, 2 Teelöffel Backpulver, 200 g Schokolade, 2 Handvoll klein geschnittene Gänseblümchen) mit dem Mixer oder der Küchenmaschine gut verrühren. Den Teig in die Form geben und zuerst 15 Minuten bei 160°C backen. Dann die Temperatur auf 185°C hochstellen und nochmals 50 Minuten backen.
Folge lebensart-reisen auf instagram>>>
zuletzt geändert am 08.06.2026