Auf einem Brett liegt ein Brot mit Kräuteraufstrich, daneben eine Schüssel mit diesem Aufstrich und einige Kräurer.
Foto: Christian Brandstätter

Kräutergenuss am Biobauernhof

Brennnesseln, Löwenzahn, Gänseblümchen, Minze und viele andere kleine Naturschätze sprießen auf Wiesen, in Gärten und Kräuterbeeten. Die Bio-Kräuterhöfe laden zu einer kulinarischen Erkundungstour.

Seit jeher werden Kräuter in den Küchen verwendet: frisch gepflückt als Lebensmittel, in getrockneter Form als Gewürz. Ihre ätherischen Öle runden Speisen ab, verfeinern den Geschmack und sorgen zudem für bessere Verdaulichkeit. In der sanften Naturmedizin werden Kräuter zu Tees, Tinkturen oder Salben verarbeitet oder durch Aktivieren der ätherischen Öle in der Aromatherapie eingesetzt.

Frisch gepflückt, direkt aufs Brot

Ein Kräuter-Topfen-Aufstrich ist die einfachste Variante. Einfach ein Packerl Topfen mit fein gehackten Kräutern (Schnittlauch, Petersilie, Kresse,…), Radieschen, Zwiebeln, etwas Pfeffer und Salz vermischen. Mehr braucht es nicht für einen köstlichen Aufstrich. Ob zum Frühstück, aufs knusprige Bauernbrot zur Jause oder als Dip zu frischem Gemüse - herrlich vielseitig und wunderbar natürlich.

Lernen von den Profis

Wenn du etwas experimentierfreudiger sein möchtest, solltest du den Wissensschatz von Kräuterexpert*innen anzapfen. Denn es reicht nicht, ein bisschen Grünzeug aus der Wiese zu zupfen und aufzukochen. Fundiertes Wissen und bestenfalls auch eine besondere Liebe zur Natur sollten die Basis für die Kräutersuche sein. Denn manchmal liegt die Besonderheit in den Blüten, dann wieder in den Blättern oder in den Wurzelteilen. Es kommt auch darauf an, wann und wie die Kräuter geerntet werden. Biobauern und vor allen Biobäuerinnen haben hier sehr viel Wissen angesammelt und geben dieses gerne an ihre Gäste weiter.

Zu Gast im Salzburger Land

Anita Widauer vom Herzoghof in Leogang ist eine dieser „Kräuterhexen“ oder besser gesagt „zertifizierte Kräuterexpertin“, die ihr Wissen gerne an ihre Gäste weitergibt. Bei Kräuterwanderungen und diverse Workshops zum Thema Gesundheit und Kosmetik (Basis-Kräuterworkshop, Salben-Workshop, Workshop für „Babys und Kleinkinder“, Naturapotheke, Naturkosmetik, Badekosmetik, Seifen sieden). Das, was du im Urlaub herstellst, kannst du dann mit nach Hause nehmen.

Frau Widauer hält einen geflochtenen Korb in Händen, darin befinden sich Grünzeugs und Blumen.
Anita Widauer. Foto: Herzoghof
Man sieht die Hände einer Frau, die verschiedene Kräuter in ein Glas füllt.
Foto: Herzoghof


Anita hat uns ein Rezept für eine Heil-Tinktur verraten, die ihr und ihrer Familie schon seit Jahren über die Erkältungszeit hinweghilft:

„Bauern-Antibiotikum“

Für dieses natürliche Antibiotikum in der Erkältungszeit brauchst du ca. 42%igen Alkohol, Blüten und Blätter einer frischen Kapuzinerkresse und ein Stück frische Krenwurzel. Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse klein schneiden, ein Schraubglas gut halbvoll damit befüllen und mit ca. 42%igen Alkohol bis zum Rand befüllen. Ebenso ein etwas kleineres Schraubglas zu 1/3 mit der zerkleinerten Krenwurzel befüllen und auch mit Alkohol auffüllen. Bei den Wurzeln darf es ein etwas höherprozentiger Alkohol sein. Beide Gläser verschrauben, täglich umrühren/schwenken und mindestens 4 Wochen im Halbschatten ziehen lassen, danach abseihen. Von den fertigen Tinkturen mischt man 2/3 Kapuzinerkressen und 1/3 Krentinktur in dunkle Flaschen. Unterstützend/vorbeugend bei Erkältung, Infekte der Harnwege, Nebenhöhlenentzündung, unterstützt das Immunsystem. Einnahmeempfehlung  für Erwachsene: bei Bedarf 3xtäglich 10-15 Tropfen.

Zu Gast in Osttirol

Am Gerlhof in Nußdorf in Osttirol findest du nicht nur viel Ruhe mitten in der Natur, sondern auch so manche kulinarische Besonderheit. Margit Steiner hat eine Leidenschaft für Brennnessel und bringt die frischen Wildkräuter in Form von Weckerl auf den Frühstückstisch oder in den Picknickkorb.

Frau mit 2 Kindern an einem Tisch, der Bub hat ein Nudelholz, das er über einen Buschen Brennesseln rollt.
Margit Steiner mit ihren Kindern. Foto: Elias Bachmann
Die fertigen Weckerl in einem Korb.
Foto: Margit Steiner

 

Auch Margit hat uns ihr Rezept verraten:

Brennessel-Weckerl

Eine Zwiebel schälen, kleinwürfelig schneiden und in Butter glasig dünsten. 200g frische, saubere Brennnesselspitzen mit einem Nudelholz bearbeiten und in Streifen schneiden und dann 2-3 Minuten mitdünsten. Abkühlen lassen.

Dann einen Germteig zubereiten (700g Dinkelfeinmehl, 300g Dinkelvollmehl, 4g Germ, 20g Honig, 30g Salz, 10g Brotgewürz, 700ml lauwarmes Wasser) und zugedeckt an einem warmen Ort bis zum doppelten Volumen aufgehen lassen. Nun die Zwiebel – Brennnesselmischung gleichmäßig unter den Teig kneten und nochmals aufgehen lassen.

Danach den Teig in 16 Stücke teilen uns zu kleinen Brötchen formen, in Roggenmehl wenden, nochmals kurz aufgehen lassen. Zum Schluss bei 200 Grad Heißluft 20 bis 25 Minuten backen. Anstelle von Brennnesseln kannst du auch frischen Bärlauch oder andere Kräuter verwenden.

Zu Gast in Oberösterreich

In Ottnang im Hausruckviertel findest du ein kleines Kräuter-Paradies. Rund um den Mathiasnhof wachsen Wild- Heil und Gewürzkräuter, Urgetreide und so manches heimische Superfood. Der Biohof ist mit dem Green Care-Zertifizikat ausgezeichnet, für Magdalena und Thomas Steinbauer ein Ansporn, ihr Engagement für Gesundheit und Wohlbefinden weiter zu stärken, mit Kräuterwanderungen, entspannenden Workshops bis hin zu individuellen Auszeitprogrammen im Rahmen von Urlaub am Biobauernhof.

Die beiden pflücken Kräuter auf einem Feld.
Magdalena und Thomas Steinbauer. Foto: Mathiasnhof
Gugelhupf auf einem Teller, rundherum mit Gänseblümchen drapiert.
Foto: Mathiasnhof

 

Die beiden haben uns ebenfalls einen Blick in ihre Kräuter- und Urgetreideküche gewährt und eine köstliche Nachspeise kredenzt:

Gänseblümchenguglhupf

Zuerst einmal den Backofen auf 160°C vorheizen und eine Guglhupfform gut einfetten und mit Brösel ausstreuen. Danach alle Zutaten (200 g weiche Butter, 200 g Zucker, 6 Eier, 1 Prise Salz, die Schale von einer Zitrone, 2 Teelöffel Zimt, 200 g Haselnüsse, 125 g Emmervollkornmehl, 2 Teelöffel Backpulver, 200 g Schokolade, 2 Handvoll klein geschnittene Gänseblümchen) mit dem Mixer oder der Küchenmaschine gut verrühren. Den Teig in die Form geben und zuerst 15 Minuten bei 160°C backen. Dann die Temperatur auf 185°C hochstellen und nochmals 50 Minuten backen.

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zuletzt geändert am 05.07.2026

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