Feuerlilien
Die Feuerlilie, eine Schönheit der Blumenwelt, ist die in Europa am weitesten verbreitete Wildlilie. Sie wächst bis auf eine Höhe von 2400 Metern. Foto: Altrichter

Blütenwanderung durch Südtirol

Im wilden Tanz der Kontraste zwischen zackig, schroffen Dolomitwänden und blumenübersäten Matten leitet der Weg C1 (Nigerpass – Karerpass) durch „die Wiese der Wiesen“.

Blütenwolken in allen Farben betören unsere Sinne und laden zum Seelenbad ein. Hinlegen und nicht stören lassen, schauen, staunen, die wärmende Sonne fühlen, den zarten Blumenduft riechen und lauschen was die Natur zu erzählen hat. Da hört man ein Summen und Zirpen, leises Flattern und Schwirren. Bienen, Hummeln, Heuschrecken und Schmetterlinge tummeln sich, um auf den färbigen Blumen die schönsten Landeplätze zu finden. Je bunter die Wiese, desto größer ist der Artenreichtum der Schmetterlinge, die genussvoll durch die Lüfte gaukeln.

Diese Bergwiesen werden weder beweidet noch gedüngt, dafür aber alle Jahre gemäht. An sehr steilen Stellen noch ganz traditionell, mit der Sense. Durch die harte Arbeit der Bauern, wird diese alte Kulturlandschaft stark geprägt und zum Schmuckstück gemacht. Wenn sie im Frühsommer ihr „Heu eintun“ bewirken sie damit, dass die Wiesen nicht verbuschen und dadurch die Vielfalt der blühenden Blumen und Kräuter erhalten bleibt.

Auf diesen Bergmähdern – Orte die Körper und Seele beleben, Paradiese zum Wohlfühlen, ein Fleckchen Erde, wo Entspannung und Gelassenheit wohnen, dort sonnt sich als Glanzstück unter all den Blumen, die Feuerlilie und entfaltet pompös und ausdrucksstark ihre Blütenpracht.

Das Geheimnis des C1 Weges

Gegenüber dem Nigerjochhaus beginnt der Steig Richtung Karerpass. Mäßig leicht ansteigend, durch teils lichte, dann wieder dunkle Fichtenwälder begleitet uns die schöne, dunkle Akelei, die den Halbschatten des Waldes liebt. Anfangs oberhalb der Straße, später bei der Frommer Alm unterhalb, geht es ohne größerer Höhenunterschiede zügig dahin. Im Bereich des Skigebietes öffnet sich der Blick nach oben, zu den Alm- und Wiesenhängen und darüber den Dolomitzacken- und türmen des Rosengarten. In Wegrichtung steht die Latemargruppe mit ihrem zerklüfteten Massiv, nicht weniger eindrucksvoll da. Wo immer der Wald schütterer wird, bereiten sich zahlreiche Schwalbenwurzenziane schon jetzt auf die Blüte im Spätsommer vor.

Bei der Raststation Jolanda überquert Weg 1 C die Passstraße und führt jetzt oberhalb zuerst als schmaler Pfad über Wurzeln, dann alsbald als Fahrweg weiter gegen Süden. Bei der kleinen Lichtung unterhalb einer unbenannten Alm lockern blassblau – weiße und rosarote Blüten von Lupinen, das dunkle Grün der Fichten auf. Bald passieren wir eine weitere Alm, unterhalb der Masarehütte, inmitten von Buckelwiesen, einem Naturdenkmal, das im Gefolge der nacheiszeitlichen Klimaverhältnisse im Wechsel von Gefrieren und Auftauen entstand.

Nach der Kreuzung mit Weg 9 der hinauf zum Hirzelsteig steigt, treffen wir auf eine grüne Wiese, es geht unter der Sesselbahn der Paolinahütte hindurch, das Lilienwunder beginnt. Die sanft gerundeten Hügel und Kuppen, dazwischen weiche Tälchen, hin und wieder Gruppen von Fichten und Lärchen und einzelnen Zirben geben den idealen Hintergrund für das Feuerwerk an Blüten, das uns erwartet. Wenn der Sommer auf diesen Höhen allmählich Einzug hält, dann bietet dieser Weg, immer mit Blick auf das herrliche Bergmassiv des Rosengarten und inmitten einem Artenreichtum an Blumen, ein besonderes Erlebnis. Über und über sind die grünen, ungedüngten Wiesen mit farbenprächtigen Blüten geschmückt. Erfrischende Töne in gelb, orange, blau und rot der verbreiteten Wiesenblumen von Hahnenfuß, Margeriten, Kuckucksblumen, Habichtskräutern, Pippau, Teufelskrallen und Arnika ergeben mit der fast flächendeckenden, roten Luzerne ein buntes Spektakel. Dicht auf dem Boden liegend breiten sich die Blütenpolster des Thymian mit herb-würzigem Duft aus und die des Horn- und Hufeisenklees, die geradezu wuchern. Das helle lila der Astern und das violettblau der Schopfigen Glockenblume mischen mit. Ein wahres Dorado für jeden Blumenfreund .

Als Höhepunkt und passend zur Umgebung in König Laurins Gärten stehen stolz und still die Solisten, wahre Edelsteine in der Welt der Blumen. Türkenbund, Hallers Teufelskralle, Gelber Enzian und nicht zuletzt die Feuerlilien überragen alle anderen an Größe und Eleganz. Vor allem diese ungekrönte Königin der wunderbaren Wiesen, bezaubert durch die einzigartige Farbe, extravagante Form und das überreiche Vorkommen.

Links und rechts des Weges erlauben immer wieder Traktorspuren ein wenig in das Blumenparadies einzudringen. Kaum zu glauben, dass die Wiesen auch gemäht werden, freilich erst nach der Blüte, wenn die Vermehrung schon begonnen hat.

Unser Weg 1C vereinigt sich mit dem von oben kommenden und gemütlich schlendern wir hinunter zum Parkplatz.

Anreise:

über Brennerautobahn A22, Ausfahrt Bozen Nord, durch das Eggental über Welschnofen zum Karerpass. Großer Parkplatz gegenüber Hotel Savoy. Mit dem Wanderbus zum Nigerpass.
Start: Nigerpass (1.668 m), höchste Wegstelle: Karerpass (1.745 m)
Reine Gehzeit: 3 Stunden
Schwierigkeit: 1 Blume
Essen: Abstecher zur Masarehütte mit bodenständiger Kost
 

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zuletzt geändert am 24.07.2017

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