Wanderer.
Wandern im Alaska Europas. Foto: Anette Andersson

Kungsleden - Wandern im Norden Schwedens

Der Kungsleden, auf Deutsch "Königspfad" ist ein rund 440 Kilometer langer Nord-Süd-Weitwanderweg durch grosse Teile der beeindruckendsten Fjällgebiete Schwedens. Leserbeitrag von Wolfgang Mehl

Der Weg wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der Schwedischen Touristenvereinigung (Svenska Turistföreningen STF) begründet und seither Schritt für Schritt erweitert. Brücken, Holzplanken und markierte Wege führen von Abisko in Lappland, an der Erzbahn nach Narvik, gut 200 km nördlich des Polarkreises und Nahe der norwegischen Grenze nach Hemavan-Tärnaby in Västerbotten, Heimatort von u.a. Ingemar Stenmark und Anja Pärson.

Die Landschaftseindrücke sind unvergesslich, nicht umsonst spricht man vom Alaska Europas. Die Baumgrenze liegt zwischen 400 und 700 Metern, was der Umgebung trotz der vergleichsweise geringen Höhen - der höchste Berg Schwedens Kebnekaise ist knapp über 2100 Meter hoch - zusätzlich an Weite gibt. Überhaupt gehören die Weite der Landschaft und das Gefühl der Unendlichkeit aus meiner persönlichen Sicht zu den stärksten Eindrücken der Umgebung.

Zusätzlich gibt es einen sogenannten südlichen Kungsleden, der durch Jämtland im nördlichen Mittelschweden führt (Nördlicher Ausgangspunkt im Raum Are, Anreise mit der Bahn von Stockholm direkt via Östersund). Viele SchwedInnen und NorwegerInnen sind mit Zelt unterwegs. Für die, die lieber mit leichterem Gepäck wandern gibt es längs grosser Teile der Strecke Übernachtungshütten des STF. Wichtig dabei die unterschiedlichen Hüttenstandards in der Planung zu berücksichtigen: Fjällstationen haben volles Angebot mit servierten Mahlzeiten, Dusche und Minishop. Die Mehrzahl der Hütten (Fjällstugor) funktioniert allerdings nach dem Selbstversorgerprinzip, meist mit Hüttenwart, oft mit kleinerem Proviantverkauf, den man dann allerdings selbst zubereiten muss.

Ein Bad im kalter See
Nur für harte Typen. Ein Bad in einem der doch etwas kühlen Seen. Foto: Gösta Fries

Achtung: die Hütten sind im Regelfall nur zwischen Februar und Mai (da für Skitouren) und zwischen Mittsommer (um den 21. Juni) und Mitte September geöffnet. Ende Juni liegt an den höchsten Punkten normalerweise noch jede Menge Schnee, im September ist bereits wieder mit Wintereinbruch zu rechnen. Die vielleicht beste Wanderzeit ist die zweite Augusthälfte. Da sind die Mücken bereits weitgehend verschwunden, die offiziellen schwedischen Ferien vorbei und man hat trifft kaum mehr als 1 bis 2 mal am Tag andere Wanderer.

Die Vielzahl der Eindrücke in der Natur rund um den Kunsgleden zieht Besucher in ihren Bann: Blühende Heidewieden, die von steilen Abhängen umgeben werden und sprudelnde Bäche, die sich in reißende Flüsse verwandeln. Fjäll-Landschaft und hohe Berge bestimmen das Landschaftsbild. Unzählige Bäche und Flüsse müssen überwunden werden. Nicht nur über Brücken, sondern auch watend zu Fuß. Insgesamt wandern auf dem Kungsleden jedes Jahr gut 25.000 Wanderer. Die weitaus meisten davon auf dem Teilstück zwischen Abisko und Kebnekaise. Der Abschnitt ist am beliebtesten, zugleich auch der alpinste Teil des Kungsleden. Das Kebnekaise-Massiv mit seinen weißen Gipfeln lockt besonders viele Wanderer hierher.

Auf dem Weg von Saltoluokta nach Kvikkjokk wechseln sich weite Hochebenen und Wälder ab. Der Sarek-Nationalpark bildet die Hintergrundkulisse. Südlich von Kvikkjokk breiten sich Schwedens schönste Fjäll-Birkenwälder aus, nur von seichten Höhenzügen unterbrochen.

Ein Tipp zur Anreise

Abisko ist mit direktem Nachtzug von Stockholm aus erreichbar. Die dortige Fjällstationen ist das Mekka der schwedischen Wander- und Outdoorcommunity.

www.svenskaturistforeningen.se

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zuletzt geändert am 27.06.2017

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