Frauchen liegt mit Hund im Gras
Foto: Pixabay

Nachhaltiger Urlaub mit Hund

Es ist schon aufwendig genug, den eigenen Urlaub nachhaltig zu planen. Aber wie ist das, wenn Flocki mit auf die Reise darf?

Gleich die allererste Urlaubsentscheidung hat gravierende Auswirkungen auf den ökologischen Fußabdruck, den wir mit einer Reise hinterlassen. Die Frage dazu lautet: Wohin soll es gehen? Soll die liebe Fellnase mitreisen, wird man in den meisten Fällen ihr zuliebe ein Nahziel wählen und auf die Anreise mit dem Flugzeug verzichten. Größere Hunde dürfen nur im Frachtraum in einer engen Box reisen, kleinere zwar mit in die Kabine – doch, so oder so, bedeutet ein Flughafen in erster Linie Stress für Flocki.

Hund auf Schienen

Der Verzicht aufs Fliegen ist ein eindeutiger Pluspunkt in Sachen Klimaschutz. Man kann aber noch weiter gehen und sich die Anreise mit der Bahn überlegen. Weil den meisten Hunden der sonnige Süden viel zu heiß, Zwei- wie Vierbeinern der kühle Norden dann doch zu weit weg ist, bleibt man nämlich meistens in Österreich oder im unmittelbaren Nahbereich, wo Bahnfahren mit Hunden problemlos möglich ist. Im Detail variieren die Beförderungsbestimmungen je nach Bahngesellschaft, im Großen und Ganzen sind sie ähnlich wie bei den ÖBB. Kleinere Hunde können als „Handgepäck“ gratis transportiert werden, wenn ihre Transportbox unter den Sitz passt, größere Exemplare dürfen mit Beißkorb und kurzer Leine zu Füßen des Besitzers mitreisen – das kostet bei den ÖBB maximal zehn Prozent des Vollpreises, international üblich sind fünfzig Prozent. Aber Achtung: In der Hochsaison im Juli und August sind Langstreckenzüge meist überfüllt, was für größere Hunde schnell zur Tortur wird.

Unser Tipp: nehmen Sie falls möglich den Nachtzug mit einem Abteil zur Alleinbenutzung. Das kostet nicht die Welt, ist superbequem und echt nachhaltig. Machen Sie sich im Übrigen keine Gedanken um die Mobilität dann vor Ort. Speziell in Österreich, Deutschland und der Schweiz werden Hunde auch von regionalen und lokalen Buslinien transportiert sowie von Schiffen und Bergbahnen.

Frau und Hund schauen aus dem Zugfenster raus.
Bahnfahren ist mit Hunden problemlos möglich. Foto: Solovyova/ThinkstockPhotos

Ein Dach fürs Körbchen

Es ist nicht weiter schwer eine Unterkunft zu finden, in der Flocki erlaubt ist – selbst wenn einem Nachhaltigkeit wichtig ist. Sie können bei den Biohotels ebenso nach „Hunde erlaubt“ suchen wie bei den Biobauernhöfen. Bei den Naturidyll-Hotels ist es sowieso selbstverständlich, dass Hund mit darf. Eine gute Variante, je nachdem wie man für sich Nachhaltigkeit definiert, ist, die Unterkunft in einer Hütte zu buchen: Das Angebot im Alpenraum ist riesig, sehr oft sind es alte Almhütten, die man behutsam touristisch auf Vordermann gebracht hat – eingebettet in herrliche Natur. Hier können Sie sich selbst verpflegen, oft genug gibt es einen Bauernladen im nächsten Ort und der Hund hat im und ums Haus jede Freiheit.

Wer lieber im Hotel wohnt: Es gibt eine Reihe von Unterkünften, die sich „Hunde willkommen“ statt nur geduldet auf die Fahnen heften. Sie punkten – neben ihrer generell positiven Einstellung zum vierbeinigen Begleiter – mit einer Reihe an Zusatzangeboten: die Palette reicht dabei von zur Verfügung gestellten Körbchen und Näpfen über Dogsitting bis hin zu Physiotherapie. Besonders hundegerecht gestaltet sich das Angebot, wenn es eingezäunte Freilaufflächen gibt, Gassiwege abseits von Straßen direkt von der Haustür weg sowie Bade- oder zumindest Wasserplantschmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zum Hotel. Es gibt viele solcher Häuser und auch Internetplattformen dazu, doch leider geht das Thema Nachhaltigkeit hier oft unter. Eine Liste von Hotels, die Nachhaltigkeit und gelebte Hundefreundlichkeit unter einen Hut bringen, finden Sie in der rechten Spalte.

Nix wie raus ins Grüne

Bio-Quartier im Nahbereich gefunden und gebucht, mit der Bahn angereist, eingecheckt. Ab hier wird es für Hundebesitzer ganz leicht: Fellnasen brauchen keine großartige Infrastruktur, um glücklich zu sein. Ihnen ist ein Spazier- oder Wanderweg, vielleicht eine Wiese zum Rennen und eine Naturbadestelle zum Plantschen genug. So verzichten auch Frau- und Herrchens gerne auf inszenierte, ins Land geklotzte Erlebniswelten und Wasseractionparks, und sind somit automatisch „sanfte Touristen“.

Nummer eins an sommerlicher Freizeitgestaltung mit dem Hund ist natürlich Wandern - oder, je nach Anspruch, Spazierengehen. In punkto Nachhaltigkeit gibt es hier wenig zu beachten, dafür hier noch ein Tipp zur Destinationswahl: die Bergsteigerdörfer haben sich allesamt dem sanften Tourismus verschrieben, und stehen für lange Wandermöglichkeiten abseits von Liftstützenwäldern.

Hund läuft durch's
An Flüssen und einigen Badeseen dürfen Hunde ungehindert planschen. Foto: Pixabay

Hier dürfen Hunde baden

Besonders viel Spaß haben die meisten Hunde am und im Wasser. Doch in den Freibädern und auch an vielen schönen Badeseen sind sie verpönt. Wenn Ihnen Flockis Badefreuden wichtig sind: Die Tourismusverbände der einzelnen Bundesländer haben zum Teil Listen und auch sonst findet man im Internet einiges zum Thema Baden mit Hund – nur leider stimmen die Angaben oft genug nicht ganz. Bevor Sie sich fix für eine Gegend entscheiden, fragen Sie sicherheitshalber bei der ins Auge gefassten Gemeinde nach, ob Hunde am Badeplatz tatsächlich erlaubt sind bzw. wo es gut zugängliche Flussbadestellen gibt.

Allgemein sind die Seen im Salzkammergut wie Hallstätter, Grundl- oder Ausseer See ein guter Tipp für Badetage mit Hund, weiters Kampsee Ottenstein, Herrensee Litschau und Sonnenbad Kamp in Zwettl im Waldviertel, Lunzer See im Mostviertel sowie Hafner- und Keutschachersee in Kärnten. Relativ ungehindert ist übrigens der Zugang für Hunde entlang von Flüssen. So finden sich beispielsweise an der Donau ganz wunderbare Badestellen etwa bei Rossatz-Rührsdorf oder an den Donaualtarmen in Leiben (eigene Hundebereiche) und Greifenstein.

Hund auf einer Holzbank, im Hintergrund ein See zwischen steilen Felsen
Foto: Pixabay

Glückliche Kombination

Speziell lohnenswert für aktive Teams sind im Sommer natürlich Wanderungen entlang von Flüssen oder Bächen – der Vierbeiner kann sich unterwegs abkühlen, der Zweibeiner genießt wildromantische Landschaften. Entsprechende Touren zu finden ist im wasserreichen Österreich keine nennenswerte Schwierigkeit. Hier ein paar Beispiele, zum Appetit machen: Wanderung durch die Ötschergräben, im Höllental (Wiener Alpen), am 52 km langen Almuferweg (Almtal, Oberösterreich), durch die große und kleine Raabklamm (Oststeiermark) oder durch den Teufelsgraben Seeham (Salzburger Seenland). Da bleiben Zwei- wie Vierbeinern nun echt keine Wünsche offen. Sie haben es längst bemerkt: Je naturbelassener und ursprünglicher die Umgebung, umso zufriedenstellender das Erlebnis für Fellnasen und ihre Begleiter. So gelingt nachhaltiger Urlaub mit Hund.

Autorin: Anita Ericson

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zuletzt geändert am 20.07.2018

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