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Foto: LaMar Reisen

Wale und Delphine: Die Entdeckung der Langsamkeit

Faules Nichtstun am Strand reicht vielen Menschen nicht mehr um einen erfüllten Urlaub zu erleben. Volunteer-Reisen kommen dem Wunsch entgegen, im Urlaub etwas Sinnvolles zu tun, zum Beispiel für Delfine und Wale.

Das Mittelmeer ist seit jeher Revier der Meeressäuger und Delfine wurden im antiken Griechenland sogar als Götterboten verehrt. Aber vor der Küste Italiens vermutet kaum jemand Pottwale und sogar bis zu 20 Meter lange Finnwale, die zweitgrößte Walart überhaupt.

Doch die Delfine und Wale des Mittelmeeres sind inzwischen von Überfischung, Meeresverschmutzung und Unterwasserlärm bedroht und so gibt es verschiedene Initiativen und Forschungsinstitute, die sich für deren Schutz einsetzen, zum Beispiel in Italien im Ligurischen Meer und im Golf von Neapel. An Bord eines 21 Meter langen Segelschiffes können Gäste im Ligurischen Meer eine Woche lang in die Welt der Delfin- und Walforscher eintauchen, um deren Leben und Arbeit kennen zu lernen, sie dabei nicht nur finanziell sondern auch tatkräftig zu unterstützen und natürlich um die Meeressäuger in ihrem Element zu erleben. Seit 1990 erforscht das Mailänder Institut die Meeresäuger in den Gewässern zwischen Ligurien, der Toskana, Korsika und der französischen Rivieraküste die seit 1999 nicht zuletzt durch diese Forschungsaktivitäten unter Schutz gestellt wurden. Das Institut kooperiert dabei mit der internationalen Delfin- und Walschutzorganisation "Whale and Dolphin Conservation".

Rege Betriebsamkeit an Bord.
Rege Betriebsamkeit an Bord. Foto: LaMar Reisen

Ein eleganter, knapp 18 Meter langer Holzsegler aus den 1930er Jahren ist seit 2000 die Forschungsstation eines süditalienischen Forschungsinstitutes auf der Insel Ischia, das die im Golf von Neapel vorkommenden Delfine und Wale erforscht und schützt. Die Schiffshündin Berta ist festes Crewmitglied und immer dabei, wenn die Biologen in See stechen, unterstützt von der internationalen Gruppe von Volontären. Durch diese Forschungsaktivitäten konnte 2008 ein Walschutzgebiet im Golf von Neapel durchgesetzt werden. Diesen Erfolg verdanken die Walschützer auch den Volunteers, den freiwilligen Helfern, die mit ihrer Teilnahmegebühr und aktiver Mitarbeit an Bord die Forschungsaktivitäten ermöglichen.

Natürlich müssen die Tiere erst einmal gefunden werden. Dabei hilft ein Hydrophon, ein Unterwassermikrofon, das die Klicks und Pfiffe der Tiere aufzeichnet, aber auch der sogenannte Ausguck ist nötig. Jeweils für eine Stunde halten zwei Volontäre am Bug Ausschau nach den Tieren und scannen dabei konzentriert den Horizont nach einer Finne, also der Rückenflosse, einem Blas, der Ausatemluft, oder einen Splash ab, der erzeugt wird, wenn die Tiere springen und sich dann aufs Wasser werfen. Oft passiert aber erst einmal gar nichts, für Stunden, manchmal auch für Tage, und das einzige was die Volontäre als vermeintliche Delfine und Wale sichten sind nur Wellen.

Delphine schwimmen am Bug des Schiffes.
Delphine schwimmen am Bug des Schiffes. Foto: LaMar Reisen

Um Meeressäuger zu erforschen braucht es also vor allem Geduld. Wie auch bei der Suche nach sich selbst. Oft genug hat man das Gefühl, gar nicht mehr „bei sich“ zu sein zwischen all den Verpflichtungen und Zerstreuungen des Alltags. Das Meer, seit jeher Sehnsuchtsort, ist der ideale Ausgangspunkt um wieder zu sich selbst zu kommen. Und so sitzen die Volontäre dann gemeinsam mit den Meeresforschern und Schiffshündin Berta an Bord und starren aufs Meer. Und nicht selten beginnen sie dabei, ihre Gedanken schweifen zu lassen, die auf dem Meer nicht von den normalen Zerstreuungen des Alltags abgelenkt werden, und sich Fragen zu stellen nach Sinn und Unsinn des Daseins.

Und dann plötzlich die Begegnung mit den Boten der Götter und den Giganten der Meere. Entweder ist es einer der Volontäre oder Biologen, der die Tiere entdeckt und immer wieder kommt es auch vor, dass tatsächlich die Hündin als Erste die Meeressäuger aufspürt und sich durch aufgeregtes Bellen verständlich macht. Meist vergehen dann noch einige Minuten, bis auch die menschlichen Augen die Delfine oder Wale am Horizont entdecken. Dann heißt es alle an ihre Position, die Biologen und Volontäre rüsten sich aus mit Kameras, Sichtungsbögen, Stoppuhr und Diktiergerät und Skipper Angelo nähert sich vorsichtig den Tieren, um an deren Verhalten zu erkennen, ob diese gerade ruhen, jagen oder Sozialverhalten nachgehen.

Die Finnwale ziehen meist langsam ihre Bahnen, die Pottwale ruhen zwischen den Tauchgängen an der Oberfläche. Die Biologen begleiten sie eine Weile, um Rücken- und Schwanzflossen der Tiere zu fotografieren. Alle Tiere werden dann später katalogisiert und anhand dieser Daten können verlässliche Bestandszählungen durchgeführt werden. Die Delfine kommen meist von alleine neugierig auf das Schiff zugeschwommen, lassen sich in der Bugwelle treiben oder vollführen Sprünge und Saltos rund um das Schiff. Für Berta - und sicherlich auch für die Freiwilligen an Bord - der schönste Moment des Tages. Sie läuft aufgeregt zwischen Bug und Heck hin und her und oft hat man das Gefühl, dass die Delfine im Angesicht dieses bellenden Wesens besonders hohe Sprünge vollführen.
Eine Hamburger Journalistin brachte das Erlebnis auf den Punkt: "Alle an Bord haben mit einem Mal einen Ausdruck im Gesicht, der jede Frage nach Sinn oder Unsinn unserer Fahrt vergessen lässt. Man könnte es Erfolgserlebnis nennen. Erfüllung. Oder einfach Glück."

Neun Grindwale schwimmen vor dem Bug eines Schiffes.
Grindwale am Bug. Foto: LaMar Reiseportal


Eine Woche Walforschung im Ligurischen Meer inkl. Kost und Logis an Bord, Zeitraum Mai bis Oktober: ab 724.- für Schüler und Studenten bis 25 Jahre, ab 799.- für Erwachsene, kurzfristig auch Last Minute Preise.
http://www.lamar-reisen.de/wale-und-delfine/ligurien/

Eine Woche Walforschung im Golf von Neapel inkl. Kost und Logis an Bord, Zeitraum Mai bis Oktober: ab 680.- für Schüler und Studenten bis 25 Jahre, ab 800.- für Erwachsene, alternativ auch Übernachtung an Land möglich, kurzfristig auch Last Minute Preise.
http://www.lamar-reisen.de/wale-und-delfine/golf-von-neapel/

Buchung über das Delfin- und Walreiseportal LaMar: www.lamar-reisen.de, Tel +49-(0)40-78807848

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zuletzt geändert am 17.10.2018

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