Wachau - Festspielzeit für die Marille
Mitten im Hochsommer beginnt in der Wachau eine besonders genussvolle Zeit. Die Marillenernte setzt ein – und mit ihr ein kulinarisches Schauspiel, das die Region in ein Meer aus Orange und Duft verwandelt.
„Die Marillen entwickeln sich Dank der sommerlichen Temperaturen sehr gut. Es kann heuer von einem früheren Erntebeginn rund um den 12. Juli ausgegangen werden. Die Haupternte startet voraussichtlich am 15. Juli,“ erzählt Franz Schöberl, Obmann des Vereins Wachauer Marille. Die Ernte dauert dann rund drei Wochen und variiert auch je nach Ort und Lage. So beginnen die Wachauer Marillen in der unteren Wachau rund um Krems mit der Reife. Nach und nach reifen die Marillen aus den westlicheren Orten, wie Spitz und Willendorf.
Eine Frucht, die die Region prägt
Kaum ein Produkt ist so eng mit einer Landschaft verbunden wie die Wachauer Marille. Als EU-weit geschützte Spezialität steht sie nicht nur für Qualität, sondern auch für Identität. Ihr unverwechselbares Aroma – süß, leicht säuerlich und intensiv fruchtig – macht sie zum kulinarischen Aushängeschild der Region. Sie zieht auch jährlich Tausende Besucher*innen an, sei es im Frühjahr zur malerischen Blüte oder dann im Juli zur heiß ersehnten Ernte. Dazu gibt es auch ein umfangreiches Programm:
In Krems lädt das traditionsreiche Fest „Alles Marille“ von 9. bis 26 Juli dazu ein, sich durch die Altstadt zu kosten. Entlang der 700 Meter langen Fußgängerzone erwarten die Besucher*innen an den Wochenenden nicht nur kulinarische Highlights, wie etwa der samstägliche Anschnitt des längsten Marillenkuchens sondern auch Live-Musik oder spannende Unterhaltung für Kinder.
Weiter westlich, in Spitz, erreicht die Saison ihren Höhepunkt beim legendären Marillenkirtag (17.–19. Juli). Drei Tage lang dreht sich hier alles um die orange Frucht: von klassischen Marillenknödeln bis zu veredelten Produkten, von regionalem Brauchtum bis zu ausgelassener Unterhaltung. Wer es ruhiger mag, findet während des gesamten Marillensommers, jeweils Freitag bis Sonntag, mit der „Donau Lounge“ an der Donaulände entspannte Genussmomente – mit Blick auf die Donau und einem Glas Marillennektar in der Hand.
Vom Baum auf den Teller
Das Schönste an der Marillenzeit: Die Frucht schmeckt nirgendwo besser als direkt vor Ort. Viele Produzent*innen verkaufen ihre frisch geernteten Marillen direkt ab Hof. Kurze Wege, maximale Frische. Fünf Stationen umfasst der Wachauer Marillen Erlebnisweg, der ausgehend vom Marillenhotel Tanzer-Riedel in Krems-Angern etwa 4,5 km durch Wein- und Obstgärten führt. Auch auf den Wegen der Marillenmeile in Rossatz-Arnsdorf, der größten Marillenanbau-Gemeinde der Wachau, spaziert es sich angenehm durch Marillengärten.
In den Küchen der Region wird die Marille zum Star: als flaumiger Knödel, saftiger Kuchen oder klassischer Strudel. Ganzjährig genießt man sie verarbeitet zu Marmelade, Saft oder Edelbrand – doch jetzt, im Juli, gehört die Bühne eindeutig der frischen Frucht.
Infos
Auf der Webseite www.marillenernte.com findest du alle Informationen rund um die Wachauer Marillenernte, unter anderem eine Liste aller Marillenbauern, die die „Original Wachauer Marille“ kultivieren. An diesem Gütesiegel erkennst du die in der EU-geschützte Frucht, die in ihrem Geschmack und Aroma einzigartig ist. Selbstverständlich gibt es hier auch Rezepte für Marillen-Speisen.
Anreise
Die Wachau ist gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Von den Bahnhöfen Melk und Krems sind alle Orte in der Wachau mit den Buslinien L715 und L720 erreichbar. www.vor.at/wachau. Wer es romantischer will, wählt die Wachaubahn oder ein Linienschiff der DDSG für eine Fahrt durch die Wachau.
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zuletzt geändert am 29.06.2026