2 Handbiker auf einem Steg am See.
Mit dem Handbike unterwegs im Ruppiner Seenland. Foto: Studio Prokopy / TV Ruppiner Seenland

Barrierefrei am Wasser

Die Ferienregionen der Arbeitsgemeinschaft Leichter Reisen bieten Menschen mit und ohne Behinderungen außergewöhnliche Erlebnisse am Wasser.

Ob mit Hausboot, Kanu oder Handbike - immer mehr Seen in Deutschland lassen sich barrierefrei entdecken. Zum Beispiel mit einem Segeltörn im Lausitzer Seenland. Wo einst gigantische Eimerkettenbagger Millionen Tonnen Braunkohle aus der Erde schaufelten, glitzern heute glasklare Seen. Das Lausitzer Seenland zwischen Berlin und Dresden ist ein Paradies für Wassersportler und Radfahrer. Hier entsteht Europas größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft. Einen Eindruck von der sich wandelnden Landschaft erhalten gehbehinderte Gäste auf Handbike-Rundtouren. Sie führen meist auf flachen, asphaltierten Wegen an den neuen Seen vorbei. Für blinde und sehbehinderte Radfahrer gibt es geführte Tandemtouren. Am Senftenberger See, einem der größten künstlich angelegten Seen Europas, können im Familienpark Handbikes, Tandems, Rollfietz und E-Bikes ausgeliehen werden.

Mann und Frau im Rollstuhl an der Hafenpromenade.
Unterwegs mit dem Rollstuhl am Stadthaften Senftenberg. Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel

Ganz in der Nähe befindet sich auch das barrierefreie Hafencamp. Hier hilft ein Lift dabei, Rollifahrer ins Segelboot, Kanu, Floß oder Motorboot zu heben. Idyllisch wird es am Abend, wenn Besucher bei Kanutouren dem Sonnenuntergang entgegen paddeln. Ein Höhepunkt ist das Hafenfest im August mit Bühnenprogramm, Drachenbootrennen und Höhenfeuerwerk.

Blinde Frau tastet in Begleitung einer sehenden Frau die Blindenlandkarte ab.
Blindenkarte am Senftenberger See. Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel

Mit dem barrierefreien Hausboot das Ruppiner Seenland entdecken

Brandenburgs Norden ist das Traumrevier für Hausboot-Fans. Im Ruppiner Seenland schippern Freizeitkapitäne über mehr als 170 Seen, Flüsse und Kanäle. Die meisten Wasserwege führen durch den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land mit großen Buchenwäldern und glasklaren Seen. Rollstuhlfahrer können barrierefreie Bungalowboote mieten, die in ihrem Innern viel Platz bieten. Sie sind mit Küche, Bad und Sonnenterasse ausgestattet.

Schloss Rheinsberg am Wasser gelegen.
Schloss Rheinsberg. Foto: Tourismusverband Ruppiner Seenland

Wer lieber an Land bleiben möchte, muss nicht auf den romantischen Seeblick verzichten. Das Seehotel Rheinsberg am Ufer des Grienericksees hat sich ganz auf Menschen mit Behinderungen eingestellt. Barrierefreie Zimmer, automatische Türen, Handläufe und befahrbare Balkone gehören zur Ausstattung, barrierefreie Bootstouren und Kutschfahrten sind ebenso möglich. Ein Ausflug zum nah gelegenen zugänglichen Schloss Rheinsberg, einst preußischer Herrschaftssitz, lohnt sich.

Mit dem Strandrollstuhl ins Wasser im Fränkischen Seenland

Im Süden von Deutschland liegt ein weiteres Wasserparadies für Menschen mit und ohne Behinderungen: das Fränkische Seenland, das in den vergangenen 40 Jahren durch den Bau von Stauseen entstand. Alle sieben Seen sind frei zugänglich, da es keine Privatstrände gibt.

2 Frauen im Wasser, eine sitzt in einem schwimmenden Rollstuhl.enland_und_partner-2
Mit dem Rollstuhl am Großen Brombachsee im Fränkischen Seenland. Foto: Tourismusverband Fränkisches Seenland und Partner

Damit auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen den Sandstrand und das klare Wasser genießen können, gibt es an vier Seen kostenfrei ausleihbare Strandrollstühle, die auf der Wasseroberfläche schwimmen. Am Kleinen Brombachsee und am Rothsee hilft zudem eine Baderampe beim Einstieg ins erfrischende Nass. Die Seen lassen sich aber auch barrierefrei mit dem Schiff erkunden. Auf dem Altmühl-  und dem Brombachsee verkehren zugängliche Fahrgastschiffe, die Rundtouren anbieten. Auf der „MS Brombachsee“ kommen Rollifahrer über einen gläsernen Panoramaaufzug bequem zum Sonnendeck.

Mit dem Handbike auf dem beliebtesten Fahrradweg im Nationalpark Eifel

Ein einmaliges Naturparadies erschließt sich Besuchern südwestlich von Köln. Mitten im Nationalpark Eifel liegt umgeben von dichten Wäldern eine malerische Seenlandschaft. Am Urftsee, der für Motorboote gesperrt ist, kommt man zur Ruhe. Auf ebenen Wegen geht es um die Talsperre, unterwegs bieten sich immer wieder fantastische Ausblicke auf den See und den Nationalpark. Der Urftseerandweg ist der beliebteste Fahrradweg im Nationalpark Eifel, der auch breit und flach genug für Handbiker ist. Auf der Strecke liegt die Bird Watching Station, von der aus sich mit etwas Glück Graureiher, Haubentaucher und Kormorane beobachten lassen. Unterfahrbare Informationstafeln sowie Fernrohre in verschiedenen Höhen ermöglichen allen Besuchern ein spannendes Naturerlebnis.

Blick auf den See
Urftsee im Nationalpark Eifel. Foto: Michael Usadel

An den Urftsee schließt sich der Rursee an, auf dem bei schönem Wetter Segelboote, Kanus und Kajaks beobachtet werden können. Bei einer barrierefreien Schifffahrt hat man einen guten Blick auf die steilen, bewaldeten Hänge der Rureifel.

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zuletzt geändert am 07.08.2018

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