Gruppe von Rollstuhlfahrern mit Begleitung auf einer Hochseilbrücke zwischen den Felsen.
Ausflug beim Feriencamp für Jugendliche mit körperlicher Behinderung. Foto: FreizeitPSO

Urlaub ohne Hindernisse

Unsere Neugier auf die Welt ist groß, aber das Reisen ist und wird für viele Menschen mühsam. Barrierefreie Angebote sind eine wichtige gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Aufgabe.

18,4 Prozent der Österreicher leben mit einer Behinderung, das sind etwa 1,3 Millionen Menschen. Denkt man an Menschen mit vorübergehenden Beeinträchtigungen, zum Beispiel nach einem Unfall oder einer Operation, oder Eltern mit Kinderwagen, wird das Ausmaß an Einschränkungen deutlich. Außerdem wird die Bevölkerung der EU durchschnittlich immer älter. Wir alle also.

Komfort für Alle

Barrierefreiheit bedeutet daher nicht, „Sonderlösungen“ speziell für Menschen mit Beeinträchtigungen zu schaffen. Von einer barrierefreien Umgebung – ob im Urlaub oder im Alltag – profitieren letztlich alle Menschen, weshalb man alternativ zum barrierefreien Reisen oft vom „Tourismus für Alle“ spricht.

Doch was ist „Barrierefreiheit“ eigentlich? Was ist unter welchen Voraussetzungen für wen „barrierefrei“? Zwei, drei Stufen im Eingangsbereich stellen für Gehbehinderte, die einen Stock oder Rollator benutzen, meist kein Problem dar, für RollstuhlfahrerInnen werden sie aber zum unüberwindlichen Hindernis. Blinde und sehbeeinträchtigte Menschen sind häufig von inhaltlichen Zugangsmöglichkeiten abgeschnitten. Hier helfen akustische Beschreibungen und tastbare Objekte. Bei der Ernährung nehmen Unverträglichkeiten zu und erfordern eine individuelle Betreuung der Gäste.

Barrierefreiheit zwischen Menschenrecht und Wirtschaftlichkeit

Für Tourismusbetriebe ist es nicht einfach, all diesen Anforderungen gerecht zu werden. Vor allem bauliche Maßnahmen bedeuten einen beträchtlichen finanziellen Aufwand. Doch darin liegt auch Marktvorteil. Denn die Erfahrung zeigt, dass Menschen mit Behinderung meist nicht alleine unterwegs sind. Sie nutzen etwa kulturelle Angebote oft in Gruppen. Mit der Entwicklung gezielter Angebote für Menschen mit Behinderungen - etwa in Museen, Kirchen, bei Stadtrundgängen, Kultur- und Naturwanderwegen und in Hotels – kann eine neue und treue Zielgruppe erreicht werden.

Auch bei Menschen mit Beeinträchtigungen soll bei der Urlaubsplanung nicht die Frage ‚Wo kann ich Urlaub machen‘ im Vordergrund stehen, sondern ‚Wo will ich Urlaub machen‘.

Barrierefreie Urlaube für Menschen mit Behinderung

Frau mit Down-Syndrom mit Begleiterin im Hochseil-Klettergarten.
Abenteuer- und Bewegungsangebote unter professioneller Anleitung für alle. Foto: FreizeitPSO

Plattform für barrierefreie Aktivurlaube

Sport oder Genuss, Action oder Ruhe, Wandern oder Tauchen, Raften oder Baden, Reiten oder Kutschenfahren, Klettern oder Klettersteig, Sitzskifahren oder stehend Skifahren – was immer Sie erleben wollen. Der gemeinnützige Verein FreizeitPSO aus Schladming will Menschen mit und ohne Behinderung die Möglichkeit geben, gemeinsam Urlaub zu machen. Auf der Plattform FreizeitPSO finden Sie eine große Auswahl an barrierefreien Möglichkeiten und rollstuhlgerechten Urlauben in Salzburg und der Steiermark.

Wandern ohne Handycap

Vorarlberg bietet ebenfalls etliche Ausflugsziele ohne Stolperfallen an. Ein Teil der bestehenden Rad- und Wanderwege kann als Rollstuhlwanderweg genützt werden. Die Rolli-Sportler fahren auf Strecken mit angemessener Länge und Neigung sowie geeigneten Fahrbahnverhältnissen – entweder auf Asphalt oder auf geglätteten Schotterwegen. Barrierefreie Routen

Infos und Quellen:
Bericht der Bundesregierung über die Lage der Menschen mit Behinderungen in Österreich aus dem Jahr 2016.

Barrierefreiheit in Tourismus und Freizeitwirtschaft, Informationen und Links der WKO

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zuletzt geändert am 15.04.2019

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