Ein Sandstrand unter tief bewölktem Himmel, ein Teil ist hoch mit Riedgras bewachsen. Den Strand entlang ist eine Kunstausstelllung mit Bildern aufgebaut.
Foto: Christian Brandstätter

Bilder, die berühren

Weiches Licht, offene Landschaften, Abgeschiedenheit und Ruhe – die Ostseeküste Deutschlands war und ist ein Magnet für Maler*innen, Bildhauer*innen und Schriftsteller*innen. Im Ostseeheilbad Zingst ging man einen eigenen kulturellen Weg – den der Fotografie.

„Anfang der 2000er Jahre haben wir nach einem kulturellen Alleinstellungsmerkmal gesucht“, erzählt Rico Nowicki, der in Zingst im Kulturbereich tätig ist. „Wir haben einen sehr schönen Strand, wir haben Hotels, wir sind umgeben von einem Nationalpark – das alles haben unsere Nachbarn auch. Was also unterscheidet uns von den anderen Ostseebädern? Da sind wir eher zufällig auf die Fotografie gestoßen.“

2011 wurde ein Zentrum für Fotografie errichtet, benannt nach dem Zingster Maler und Fotografen Max Hünten, der auf seinen Reisen mit seiner Kamera das Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts festhielt. Rico Nowicki leitet heute das moderne, vielseitig genutzte Medien-, Kultur- und Fotografiezentrum. „Neben der Galerie und der Fotobibliothek bieten wir im Jahr bis zu 150 Workshops und Fotoexkursionen zu verschiedenen Themen an, für Einsteiger, Fortgeschrittene und Professionals, die sich dafür auch das entsprechende professionelle Equipment ausleihen können. Gerade bei der Tierfotografie sind spezielle Teleobjektive unerlässlich. Wir zeigen aber auch Tricks fürs Fotografieren mit einem Smartphone.“

Die Naturfotografie ist das zentrale Thema und der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft liefert dafür wunderbare Motive. „Die Kraniche, die bei uns auf ihren Flügen quer über den Kontinent Rast machen. Hirsche, die durch das seichte Wasser der Bodden laufen oder sich mächtig auf dem Kamm einer Düne platzieren. Wenn dann dahinter ein Segelboot vorbeizieht, hast du das perfekte Bild.“

Mensch und Umwelt

Bei den Ausstellungen geht es um die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. „Wir zeigen, wie der Mensch die Umwelt beeinflusst und wie auch wir durch Umweltveränderung beeinflusst werden. Es sind soziale Themen und solche, die zeigen, was schön, was schützenswert ist“, beschreibt Nowicki die Ausrichtung der Galerie. Und diese beschränkt sich keineswegs auf die Räumlichkeiten im Fotozentrum, der ganze Ort wird zur Bühne für die Fotokünstler*innen.

Ausstellung von bunten Fotocollagen auf großen Plakatwänden am Sandstrand, dahinter tiefblauer Himmel über den mit Riedgras bewachsenen Dünen.
Foto: Florian W. Mueller

So auch der Strand: „Wir haben für die Ausstellung 2025 rund 500 Kinder aus Zingst und Umgebung gefragt, wie sie sich die Zukunft vorstellen, wovon wir zu viel haben und wovon zu wenig. Daraus haben sie gemeinsam mit dem Fotografen Jan von Holleben Bilder erschaffen. In der Ausstellung geht es um Müllvermeidung, um Freundschaft, um Frieden bis hin zur Raumfahrt. Durch den Ausstellungsort setzen sich auch die Badegäste mit diesen Themen auseinander und machen sich Gedanken über brennende Zukunftsfragen“, erzählt Nowicki.

Infos zu den aktuellen Ausstellungen >>HIER

Sarah Palmer

Mit der Ausstellung „Wish You Were Here“ untersucht die kanadische Fotografin die Urlaubskultur inmitten der Klimakrise (bis 10. Mai 2026).

In einem Park zwischen hohen Bäumen werden die Fotografien in Schaukästen, welche auf schwarzen Podesten installiert sind, präsentiert.
„Wish You Were Here“: Die kanadische Fotografin Sarah Palmer untersucht die Urlaubskultur inmitten der Klimakrise (bis 10. Mai 2026 am Postplatz). Foto: Florian W. Mueller

„Ndaku, la vie est belle“ - Kongo

Aus dem Abfall der Industrienationen hat die künstlerische Bewegung in den Slums von Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) Skulpturen geschaffen, fotografiert von Stephan Gladieu (bis 1. Mai 2026 am Postplatz).

Auf Plakatwänden auf einem gepflasterten Dorfplatz sind Fotografien ausgestellt. Dahinter sieht man Wohnhäuser, eine Parkbank und einen kommunalen Abfallbehälter.
„Ndaku, la vie est belle“ Foto: Florian W. Mueller

Avishag Shaar-Yashuv und SamarAbu Elouf - Israel/Gaza

Die beiden Fotografinnen dokumentieren das Schicksal der Kinder im Krieg zwischen Israel und Gaza (bis 1. Mai 2026, vor der Peter-Pauls-Kirche).

Fotowände säumen abwechselnd mit grün belaubten Bäumen einen Weg, an dessen Ende die Kirche mit dem Eingangstor und darüberliegendem Rosettenfenster im neugotischen Stil steht.
Ausstellung der Fotografinnen Avishag Shaar-Yashuv und SamarAbu Elouf vor der Peter-Pauls-Kirche. Foto: Florian W. Mueller

Xiomara Bender - Nordkorea

Die berliner Fotografin Xiomara Bender ist über zehn Jahre lang mit ihrer Kamera durch Nordkorea gereist und ermöglicht außergewöhnliche Einblicke in ein sonst abgeschottetes Land – zu sehen noch bis 26. April 2026.

In einem Raum mit Parkettboden hängen großformatige Fotos in schwarzen Rahmen an den weißen Wänden. Auch ein Tischchen mit Hocker stehen im Raum.
Bilder der Nordkorea Ausstellung von Xiomara Bender. Foto: Zingst

Anreise & Mobilität

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zuletzt geändert am 16.02.2026

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