Roter Zug überquert den weltbekannten Landwasserviadukt.
Der Bernina Express überquert den weltbekannten Landwasserviadukt. Foto: Rhätische Bahn / Peter Donatsch

Mit dem Panoramawagen durch die Berge

Eine Reise mit der Bahn durch die Schweiz ist sowieso viel mehr als die Fahrt von A nach B. Trassen an steilen Hängen, Brücken über tiefe Schluchten und kilometerlange Tunnels – Ingenieurskunst vom Feinsten!

Glacier Express - Von St. Moritz nach Zermatt

Die berühmteste Panoramabahn ist wohl der Glacier Express. Der langsamste Schnellzug der Welt fährt in acht Stunden durch 91 Tunnel und über 291 Brücken von St. Moritz nach Zermatt. Die Strecke durch das Albulatal zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. Mit seinen dachhohen Panoramafenstern hat man im Zug freie Sicht auf einzigartige Landschaften des Engadins und im Wallis auf das Matterhorn. Zu den spektakulärsten Abschnitten zählt der 136 m lang Landwasserviadukt im Albulatal oder die Fahrt durch die Rheinschlucht, den „Grand Canyon der Schweiz“.

Bahnline in einer Schlucht mit dem Rhein und weißen Felsen.
Mit dem Glacier-Express durch die Rheinschlucht. Foto: Stefan Schlumpf

Ausflugstipps entlang der Strecke:

Am Corvatsch südlich von St. Moritz liegt mit 3.303 m die höchste Bergstation der Ostalpen.

Auf dem Silsersee im Oberengadin auf 1.800 m Seehöhe verkehrt im Sommer die höchstgelegene Kursschifflinie Europas, im Winter ist der zugefrorene See ein Paradies für Langläufer.

Die Rheinschlucht – den Grand Canyon der Schweiz zwischen Ilanz und Reichenau kann man am Besten zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Rafting-Boot entdecken.

Das Matterhorn glacier paradise ist mit 3.883 m das höchstgelegene Bergrestaurant der Welt. Es bietet 60 Sitzplätze, ist rollstuhlgerecht und erfüllt höchste ökologische Standards. Von dort hat man eine fantastische Aussicht auf französische, italienische und Schweizer Bergriesen.

Bernina Express - im Cabrio durch das UNESCO Welterbe

Der Bernina Express verbindet St. Moritz mit Tirano in der Lombardei und eignet sich bestens für einen Tagesausflug. Die Fahrt dauert drei Stunden, dann bleibt Zeit für einen Bummel und ein Mittagessen in Tirano und am Nachmittag geht es wieder zurück. Diese Strecke der Rhätischen Bahn wurde als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet und ist eine der spektakulärsten Alpenüberquerungen.

Cabriowaggon in den Bergen.
Im offenen Aussichtswagen am Berninapass bei der Alp Gruem. Foto: Rhätische Bahn / Andrea Badrutt

Seit 2017 wird im Sommer an den Zug ein Cabrio-Wagen angehängt. Hier erlebt man die Natur und die Bergwelt aber auch die fantastischen Brückenkonstruktionen besonders intensiv, so etwa die spektakuläre Montebello-Kurve mit Blick auf das Berninamassiv oder den Morteratsch-Gletscher. Der höchste Punkt der Strecke liegt auf 2.253 m beim Ospizio Bernina. Hier, so heißt es, wird das Naturerlebnis und der Kulturgenuss zur schönsten Erfahrung der Alpen.

Viadukt, das einen ganzen Kreis bildet.
Der Bernina Express auf dem Kreisviadukt Brusio. Foto: Rhätische Bahn / Christoph Benz

Die große Tour durch die Schweiz

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, kann gleich die ganz große Variante buchen. Die „Grand Train Tour of Switzerland“ kombiniert die schönsten acht Panoramastrecken der Schweiz. Auf rund 1.280 Kilometern mit genialen Ausblicken auf Berge, Seen und Flüsse sind die Highlights der Schweiz ganzjährig erlebbar. Man kann an jedem beliebigen Punkt entlang der Strecke starten – es gibt keine definierte Richtung oder Dauer. Zur Orientierung gibt es jedoch Routenvorschläge für vier und acht Tage mit den besten Stopps und Highlights.

Tickets gibt es für 3, 4, 8 oder 14 Tage in Österreich bei den ÖBB Ticketschaltern an den Bahnhöfen zu kaufen.

Routenvorschläge und Informationen>>>

Swiss Travel System AG>>>

Rhätische Bahn>>>

Eisenbahnfahrten in der Schweiz
Kommentar von Dipl.-HLFL-Ing. Hubert Braunreiter, Klaus

Ihre Empfehlung, durch die Schweiz mit der Eisenbahn zu reisen, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Im „Jahr der Schweiz“ (1991) unternahm ich eine Weitwanderung von Bregenz nach Interlaken (7 Tage), mit anschließender Bahnfahrt auf das Jungfraujoch. Im nächsten Jahr setzte ich die Wanderung bis zum Genfersee fort (4 Tage). In Montreux kaufte ich ein 4-Tage-Ticket, das auf allen Bahnlinien der Schweiz gültig war. Ich reiste damit durch das ganze Land, insbesondere auf den schönsten Bergstrecken, aber auch nach Genf und Basel  inkl. Stadtrundfahrten mit Öffis, für die das Ticket ebenfalls gültig war. Zuvor hatte ich den Fahrplan genau studiert. Beim oftmaligen Umsteigen gab es keine Wartezeiten, denn die Züge waren immer pünktlich. Besonders gefiel mir die wenig bekannte schmalspurige Centovalli-Bahn von Locarno nach Domodossola durch einsame Täler und wilde Schluchten. Selbstverständlich benützte ich auch für die beiden An- und Rückreisen von und nach Klaus die Eisenbahn. Die Schweiz ist nicht billig, aber man kann in einer Woche Interessanteres erleben als an einem langweiligen Meeresstrand in drei Wochen.

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zuletzt geändert am 19.11.2018

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