Petra und Bernd Pobaschnig haben beide ein weißes Gewand an. Sie lehnen mit den Armen auf einem Tisch und vor ihnen sind jede Menge Eissorten aufgebaut.
Petra und Bernd Pobaschnig mit ihrem Krappfelder Eis. Foto: Elias Jerusalem

Genusshandwerk im Herzen Kärntens

Mittelkärnten, das Gebiet zwischen den Wimitzer Bergen und der Saualpe ist bereits die dritte Slow Food Travel Region in Kärnten. Die Genusshandwerker*innen öffnen ihre Türen für Gäste.

Slow Food vereint Genuss und Verantwortungsbewusstsein für gute und saubere Lebensmittel nach dem Prinzip „gut, sauber, fair“. Im Mittelpunkt stehen dabei die heimischen Bäuerinnen und Bauern und die Handwerker*innen, die die Lebensmittel seit Generationen und mit Hingabe nach althergebrachten Traditionen veredeln. Slow Food Travel macht die Erzeugung in Harmonie mit Umwelt und Gesundheit für die Gäste erlebbar. Sie können den Genusshandwerker*innen bei ihrer wertvollen Arbeit über die Schulter schauen und auch selbst anpacken - ob im Hühnerstall, bei der Weinlese oder bei der Konzeption eines Maßschuhes.

Bier mit Reinheitsgebot

Partner von Slow Food Travel sind drei regionale Brauereien. Das Wimitzbräu verführt seit gut zehn Jahren mit einem „gefährlich ehrlichen“ Bier. Unbehandelte Zutaten, allesamt in Bio-Qualität, sorgen für den unverwechselbaren Geschmack der Wimitzer Biere, die ausschließlich unfiltriert abgefüllt werden. Eine Führung durch die Brauerei ist jederzeit nach Vereinbarung möglich.

Doch schon ein paar Jahre älter ist die Privatbrauerei Hirt. Im Jahr 1270 gegründet versorgt sie schon seit Jahrhunderten Durchreisende mit exzellentem Bier, darunter auch Biere in Bio-Qualität. Gebraut wird auch hier mit viel Naturverbundenheit und Leidenschaft. Das Wasser kommt aus eigenen, naturbelassenen Gebirgsquellen, die gesamte Gerste wird in Österreich produziert, ein großer Teil stammt aus Kärnten. Auch der Großteil des Stromes kommt aus der Region - von regionalen Wasserkraftwerken und über PV-Paneele vom Dach der Fabrikshalle.

Gelter schenkt sich ein Glas Bier ein.
Christian Gelter gibt seine Leidenschaft für's Bier-Brauen auch an seine Gäste weiter. Foto: Elias Jerusalem

Naturbelassen, ungefiltert und naturtrüb sind auch die Biere von Christian Gelter. Der Genusswirt aus Sankt Veit wollte immer schon sein eigenes Bier brauen, seit 2015 tut er das auch. Neben Saisonbieren bietet er zwei „Stammbiere“, ein Helles (Motl naturtrüb) und ein Dunkles (Simale naturtrüb). Seine Leidenschaft gibt Gelter auch gerne weiter. Bei einer Brauereiführung, in Biersensorik-Kursen oder auch bei ganztägigen Braukursen.

Hochprozentigeres gibt es bei Valentin Latschen, dem Geschäftsführer der Pfau Brennerei in Klagenfurt, wenn er seinen Bio-Bierbrand und seine Bio-Obstbrände von den idyllischen Streuobstwiesen zur Verkostung anbietet.

Landwirtschaft mit Ursprünglichkeit und Ehrlichkeit

Das biodynamische Weingut Georgium fügt sich in die bestechend schöne Landschaft am Südufer des Längsees ein, als wäre der Platz schon immer dafür bestimmt gewesen. Uta Slamanig und Marcus Gruze streben leidenschaftlich danach, den Weinbau in seiner absoluten Natürlichkeit zu betreiben. Ihre Philosophie ist es, die Essenz der Traube und des Ortes im Wein einzufangen, „in der Verantwortung, die wir für unsere Umwelt tragen, für den Boden auf dem wir stehen, wie auch für die Menschen, mit denen wir leben.“

Der Brunnerhof, in Sichtweite zur Burg Hochosterwitz, ist ein Mekka der Mittelkärntner Buschenschankkultur. Angeboten wird, was selbst erzeugt und weiterverarbeitet wurde. Iris Stromberger züchtet auf ihrer Biolandwirtschaft neben Rindern auch Weidegänse, Enten und Hühner. Und sie hat auch ein paar liebevoll eingerichtete Ferienwohnungen für Gäste.

Iris Stromberger mit eiigen Küken, eines sitzt auf ihrer Hand. Im Hintergrund: Burg Hochosterwitz.
Iris Stromberger, Nachwuchs am Brunnerhof. Foto: Elias Jerusalem

Auch der Sonnhof in Magdalensberg setzt ganz auf Bio. Die Familie Strauß hat sich der natürlichen Haltung von Bio-Geflügel verschrieben. Das ganze Jahr über gibt’s frische Bio-Hendl, saisonal meist im Sommer und zu Weihnachten auch Bio-Puten.

Petra und Bernd Pobaschnig in Kappl am Krappfeld wollten ein zweites Standbein in ihrem landwirtschaftlichen Betrieb umsetzen und sind so zu den Ziegen gekommen. Da es die meiste Milch der Ziegen im Sommer zu verarbeiten gilt, war rasch die Idee geboren, es mit Eis zu versuchen. Mehrere der über 60 Krappfelder Eissorten sind in Bioqualität zu haben.

Traditionelles Handwerk

Edle Maßschuhe fertigt Ernst Knapp in seiner Werkstatt in Althofen. Seine Handwerkskunst ist eine beeindruckende Mischung aus Tradition, Profession und Leidenschaft. Am besten, Sie nehmen gleich Platz auf seinem „Thron“ und erleben hautnah, welche Kunstwerke aus Leder in Handarbeit hergestellt werden können.

Am Bergbauernhof von Johann Gucher auf 1.123 Metern Seehöhe im Metnitztal riecht es betörend nach Zirbe. Denn dort fertigt er Zirbenholztürme, die für ein angenehmes Raumklima sorgen und positiv auf das menschliche Gemüt wirken. Diese Eigenschaft haben sie mit den Wildspezialitäten gemein, die am Hof in Handarbeit nach überlieferten Rezepturen hergestellt werden. Für beides gilt: Vorbestellungen sind erwünscht – denn was aus ist, ist aus.

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zuletzt geändert am 15.09.2022

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